Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-996399
Uebllng 
der Lanze. 
im Gebrauche 
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Irland 1), so waren schon damals die Ringer von England weit und 
breit berühmt 2). In Frankreich scheint man mit Stöcken das Fechten 
geübt zu haben 3). Das Steinwerfen ist eine reine Leibesülgung 4), 
die. jedoch, wie später gezeigt werden wird, auch von den Rittern 
noch gern betrieben" wird, da sie die Armmuskeln tüchtig stärkt 
und stä-hlt.  
Die Hauptsache aber war, dass die Knaben Schild und Lanze 
wohl zu gebrauchen verstanden, den Gegner geschickt zu treffen und 
aus dem Sattel zu heben lernten. Und das war gewiss nicht so leicht. 
Einmal gehörte dazu eine grosse Geschicklichkeit in der Behandlung 
des Pferdes, das er in den entscheidenden Momenten nur mit den 
Schenkeln regieren konnte, da die linke Hand mit dem Schild den 
feindlichen Stoss auffangen und parieren musste 5); dann kam es 
darauf an, den Gegner recht zn treffen, ihn entweder unter das 
Kinn zu stossen oder gegen die Mitte des Schildes unter dem Schild- 
buckel die Lanze zu riclitenö), selbst den eigenen Schild recht zu 
1) Biterolf 2134: Swa er die schirmmeister vant Mit sehilde und buckeleeren, 
Er hiez im ie beweeren Die kunst bescheidenliche, Den jungen künic riehe Ein 
meister lerte üz frlant. 
2) Erec 9281: Nü het ouch ze sime gefüere Erec in siner kintheit Ze Engel- 
lande, sam man seit, Vil wol gelernet ringen Zandern behenden dingen. 
3) Rom. de Rou 3824: Richart sout escremir 0 virge et o baston.  Auberi 
p. 7, 31: Congres apele Auberi le baren. „Vassal, prendes Pescu et le baston -I- 
petitet nos esbanoieron, Plus volontiers et mieus 'en mangeron." Dist Auberi „n'i 
voi nnle raison, Ains d'escre1nir ne vint iour se mal non; Ja n'i prendrai encontre 
vos baston." p. 8, 26: En sa main tint  baston pomelin Et tint Pescu. 
 4) Gr. Wolfdietr. 266: Man lerte sie wie sie zu rehte solten werfen den stein 
Daz sie den prisz behielten. 
5) Parz. 173, 29: Sime gaste er raten gap Wierz ors üzem walap Mit Sporen 
gruozes pine Mit schenkelen fliegens schine Uf den poindre solde wenken Und 
den schaft ze rehte senken Und den schilt gein tjoste für sich nemen.  G1". 
Wolfdietr. 265: Man lerte die jungen fursten ir schilt nach rehte tragen Mit 
scharpfen geren schieszen durch halsberg und durch kragen. Wo man in herten 
sturmen sol gen den finden stan; Ir helm zu rehte binden lerte man die junge 
man.  Parise la Dueh. p. 29: Bien sot -j- cheval poindre et bien esperoner Et 
d'escu et de lance sot moult bien beorder.  
6) Anbei-i p. 185, 7: Desous la boucle (de Pescu) li fait fraindre et quasser. 
Cf, p, 189, 29,  Lanz. 5290: Zuo den vier nagelen gegen die hant.  Parz. 174, 
28: Er nam der vier nagele War.  Willeh. 334, 5: Da die vier nagel sint be- 
kant, Ein sper durch sinen schilt man vant.  Winsbeke 21: Sun nim des gegen 
dir komenden war Und senke schöne dinen schaft, Als ob er si gemalet dar, Und 
1a din Qfs mit meigtergchafb; Ie baz und baz rüer im die kraft; Ze nageln vieren 
üf den sehilt Dä, S01 din sper gewinnen haft Od da der helm gestricket ist: Diu 
zwei sint rehtiu ritters mal Und üf der tjost der beste list.  
Schultz, höf. Leben. 1. 9
        

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