Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-996386
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Fechten. 
Wer es haben konnte, hielt seinen Söhnen einen Fechtmeister (schirm- 
meister), der alle die Waffenübungen ihnen beibrachte 1); wer nicht 
in der Lage war, im Hause diese Fertigkeiten ihnen lehren zu lassen, 
vertraute sie einem erfahrenen Ritter an, unter dessen Leitung sie das 
Waffenhandwerk erlernten 2). Das Fechten mit Schwert und Schild 
heisst "schirmen", also nach unserem Sprachgebrauch wparieren"; daher 
heissen die Knaben, die Fechtunterricht erhalten, Wschirmknaben", das 
gebrauchte, wohl hölzerne, jedenfalls leichte und stumpfe Schwert 
„schirmswert"3). Das französische escrime (altfr. escremiell) ist 
von dem Worte "schirmen" abgeleitet. Eine besondere Gewandtheit 
erforderte es, den Gegner zu unterlaufen und ihn zu fassen, den Kampf 
durch Ringen zu Ende zu bringen Wie die Fechtmeister aus 
1) Alexanderl. 229: Einen meisber gwan er aber sinb Alexander daz edole 
kinb, Der larbin mit gewefene varen, Wie er sih mit einem schilde solde bewarn, 
Und wier sin sper solde tragen Z0 deme, dem er Wolde schaden, Und wi er den 
erkiesen inohbe Unde gesbechen, als ime bohte, Unde ztlse der stich were getan, 
Wi er zo dem swerte solde van Unde da. inite kundicliehe slege slan, Und wi er 
sinen vianb solde van, Unde wi er sih selben solde bewaren Vor allen, di ime 
Wolden schaden, Unde wi er sinen vianden lagen solde, Di er dztnne untwirken 
wolde Ünde wi er zo den riberen solde gebaren, Z0 diu daz si iine willieh waren. 
 Kudr. 359: Dö sprach der künec zein gasbe ,den besten meister min Wil ich 
dich leren heizen durch die liebe din, Daz dü doch dri swanke künnesb swa 
man sbrite ln herben veltstürmen, ez vrumeb dir ze etelicher zitef Dö kann ein 
schirmmeister, leren er began Waben den vil küenen, dä von er gewan Des 
sines libes sorge. Watte stuont in huobe Sam er ein keniphe weere, Des erlachbe 
dö von Tenen Fruote. Daz half der sehermmeister, daz er wibe sprane Alsmn 
ein lebzurb wilde, an Waben hende erklanc Vil dicke daz schoene Wäfen, daz diu 
viurvanken Dräben üz den schilden, des mohbe er sinem schermknaiben ge- 
danken. 
2) Kndr. 574: Daz eine warb ein recke und hiez Ortwin, Den enphalch er 
Waben, er zöch daz kindelin etc.  Achill wird, wie schon bemerkt, bei Chiron 
erzogen.  Troj. 6372: Sin meister hebe in sine loüege Juneherren vil genomen 
her, Die nihb sö vlizecliehe als er Näch siner lere täten.  Nach seines Vaters 
Hugdietrich Tode geht Wolfdiebrich drei Jahre zum Herzog Berhtunc von Meran 
und lernt von ihin Springen, den Schaft schiessen, Messer werfen. Gr. Wolf- 
dietl". 333 ff. 
3) Kudr. 370: Sö weer daz schirmwätfen nihb komen in mine hztnb.  Biberolf 
2171: Er schutte ez als ein schirmswert.  Renner 16729: Der suehet ein schirm- 
swertlin Einen puckler und ein kolblin. 
4) Rom. de 1a charretbe 7052: Gar il szwoit pluscPesci-einie.  Erec 927: An- 
dui sorenb de Pescremie.  Li biztus deseonneus 2154: I1 savoit ases (Pescreniiei- 
Desor le col le vaib ferir, Ä un enbrejet qu'il jetzt Les las de Peline li trcnchzi; Li 
elmes chai en 1a place.  
5) Wztlberan 1038: D6 des Schilbunc warb gewar Ein schirmslac er dö ge- 
vienc, Wolfhaite er underz swert gienc: Sin swert warf er fix. der hant Er umbe- 
vie den wigant. 
        

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