Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-996378
Breiten. 
Abhärtung. 
127 
zu der erforderlichen Meisterschaft bringen 1). Gewöhnlich fing man 
schon früher an, ihn reiten zu lehren 2). Das Pferd in seiner Gewalt 
zu haben, ein iirmer Reiter zu sein, war ja für das ganze Leben für 
den Ritter eine Hauptsache; von dieser Geschicklichkeit hingen seine 
Erfolge im Einzelkainpfe, im Turnier, sein Heil in der Feldschlacht 
wesentlich ab. Eine frühzeitige Abhärtung, Gewöhnung, Strapazen 
und Entbehrungen zu ertragen, gehört ebenso zur Erziehung des 
Ritters und er wurde von frühester Jugend dazu angehalten 3). Konnte 
er diese Proben nicht aushalten, so war es sicher für ihn besser, er 
verzichtete darauf Ritter zu werden und ging in ein Kloster, um eine 
gute Pfründe später zu erlangen  Zur Ritterschaft gehörte ein ge- 
sunder, kräftiger Körper und „swaz z'eime haggen werden sol, daz 
krümbet sich vil vrüeje" (Troj. 6400). Laufen 5), Klettern, Springen"), 
mit dem Bogen schiessen, den Speer werfen 7) lernten die Knaben 
zuerst, dann kani das Fechten mit Schwert und Schild an die Reihe. 
1) Kudr. 24: Dö ez gewahselm ze siben jäme tagen, Man sach cz (lickn 
recken üf ir henden tragen. Im leidete b? den vronwen und liebte b? 
den mannen. 
2) Gui de Nanteuil p. 4: Quant il orent -v- uns si 102 font chevzu1cl1ior Et 
quant il en ont -vj- bien gaüolaient destrier.  Kudr. 3: Mit dem spero riton, 
schirmen unde schienen, So er zuo den vinden kcelne, daw. nrs desto lnbz möhte 
geniezen. 
3) Anno, der spätere P1rzbisehol' von Köln (T 1075) war zum Soldaten ursprüng- 
lich bestimmt. Didicit hinc interim fortituilincin, moralium disciplinarrnn nobi- 
lissimmn, dum crebras asperitntes pzrtitm- algoris, dum inedia, sitiquc super hnec 
et vigiliis aiestnnt, quae cunctu in eo fnturae constructioni necessnrio pnrzulmntur. 
Vita Annonis Archiep. C01. 1.  Achil] wird bei Schirron erzogen, 'I'r0_j. G076: In 
linclin tuoch gesloufet Wart er ze keinen Stunden: Achilles Wart gewunden Mit 
rüher tiere belzen; 6082: Esieren bi dem fiure Was im laetalle vremde, Man liez 
in cleiner hemcle Niht tragen unde dinsen; er ninoste üf herben flinsen Bi sineni 
meister nahtes ligen; 6098: Im snewe saz er unde lac Den äbent und den morgen. 
4) Troj. 19162: Ein irhaiße lieber mze stark unde veste mursel, denn er ze 
kzunphe würde snel Und üf ritterlichen strit. 
5) Wigam. 346: Schirmen und springen Lauffen und auch ringen.  Schfron 
schiesst nach einem fernen Ziel und Achill muss schneller als der Pfeil laufend 
dasselbe erreichen, Troj. 6114 ff.  
6) Trcj. 6172 Ff.  Lanzel. 282: Ouch muost er loufen alebar Und üz der 
mäze springen Und starcliche ringen, Verre werfen steine Gröz nnde eleine Und 
die schefte schiezen. 
7) IH-Qj, (3163; Von allen hovewunnen Lerte er in den überiluz, Ze rinne 
schiezen mangen schuz Wart dem juncherren offen.  G1". Wolfdietr. 264: Man 
lerte die dri vürsten mmiig ritterspil: Schirmen nnde vehten und schieszen zu 
dem zil, Springen nach der wite und schritten wcl den Süllilft, Uf Südlhßl rehte 
sitzen; des Wurden sie dicke sigChilft-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.