Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-996337
Rcligiollsuntcrricllt. 
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wählten sich, sobald sie herangewachsen waren, unter den Aposteln 
einen Schutzheiligen. Auf zwölf Kerzen werden die Namen der Apostel 
geschrieben; nachdem die Lichter vom Priester geweiht und auf den 
Altar gelegt worden sind, ziehen die Frauen eines derselben hervor 
und der Heilige, dessen Namen sie auf der Kerze finden, wird ihr 
Schutzpatron 1). 
Lesen und Schreiben wurde den Kindern wohl auch gelehrti), 
aber wenige Männer, die hochstehendsten abgerechnet, haben es in 
diesen Künsten Weit gebracht 3). Die Briefe liess man sich gewöhnlich 
sowohl schreiben als vorlesen 4). Nur die Damen waren in der Regel 
1) Consuetudo est nmxime provineiae nostme matronis, ut tali sorte slaecia- 
lem sibi Apostolum eligant. In duodecim candelis duodecim Anostoloruin nomjna 
Singular in singulis scribuntur, quae a. sacerdote benedictae altari siinul imponun- 
tur. Accedunt vero feminae; cujus nomen per candelznn extrahit, illi plus ceteris 
et honoris et obsequii impendit. Caesar. Heisterbac. dist. VIII, c. 56.  Audivi 
in Goloniae quendam litteratuni sacerdotem palzun in ecclesia. reprobare tales 
electiones. Ibid. dist. VIII, c. G1.  Unde cum secundum consuetudinem Domi- 
naruin omnium Apostolorum noininibue vel in candelis vel in carta scriptis sin- 
gulariter simul super altere niixtum compositis singulos sibi Apostolos sorte eli- 
gentibus, ipsa Elyzabeth oratione fusa. secunduin suuni Votum tribus vicibus beat- 
tum Johannem recepit Apostolum. (De dictis IV ancillarum S. Elisabeth, Testini. 
Juttae.)  H. Elis. 813: In dirre zit iesa. geschach, juncfrouwe Elizabet gesach, 
Daz die luote gierigen zuo Mit Hize vor {den alter nu In cristenlicher wise: Si 
zugen in vil lise Apostolen zu herren. Die si unnne ire Werren Mohten sunder- 
liche biden; 834: Ir wart der selbe zwelfbode (Johannes) Eins, anders unde ouch 
(lrittleweit Nach Wunsche: du wamrt si geineit. 
2) Perc. 12512: Quant vit qu'il (Karzuniel) ot -iii_j- uns passes, Si le inist 011 
{i letre aprendre, Et quant il sot lire et entendre Ä son oncle (Artus) l'un envoia. 
 Blancandin 33: De laremiers fu ä. letre injs Pur consel im ses zunis; Bien entendi 
in son mostier, Gar inult zwoit le euer legier. Apres si fist enseignicr Li rois ä  j  
sien lzttimier. Li latiiniers per fu tant sages. Que bien zuprist de tos langages, 
Deskes, de teble et de des, De tot cou fu bien escoles Ne mais li rois ne voloit 
inie, ("l'on li inoustnzst chevalrie.  (Siregorius wird mit dem sechsten Jahre in 
die Klosterschille geschickt (Greg. 981i). lernt die Bücher inie slegef (995) und ist 
mit elf Jahren schon ein firiner ,g1'äl111'd.tICUS5 (1011); in den nächsten drei Jahren 
lernt er die ,divinitas' (1015) und wird (larziuf ,ein edel lägiste (1024).  Erimclius 
(263) lernt schon mit 5 Jahren die Buchstaben.  Alexius A. 168: Man gundz 
diu buoch leren, Dö er ze siben jären 1mm. 
3) Perc. 33957: Mais Pierchevaus ne savoit lire. 
4) Alixendr. p. 502, 10: Li clers e 1' parcemin de seu a encre escrisoit.  
Guufrey p. 274: Ses bries a. fait escrire -j- clerc Sarracinour Et puis les Seen de 
son seel inajour.  Kudr. 60T: Als einer, der daz kunde, die brieve gelas.  
Renaus de MOllfttübßll p. 28, 32: Li dus recoit _le brieß que ses frere envoial, S011 
elmpelain zmpele, onques ne tarja; Ci] hrisa. le sael et 1a letre avisa, Puis si iL 
dit an duc quant, que ili trova.  Auch Frau Adelheit: Herz. Ernst 340: D6 hiez 
diu edeliu lierzogin Einen boten balde gän Näch einem ir kzippelftn, Der ir den 
brief ze rehte las, Swaz der an geschriben was.
        

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