Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-996223
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Erste Pflege. 
Taufe. 
Die heilige Elisabeth verschmähte auch diesen Prunk; barfüssig, im 
schlichten Wollenkleide ging sie von der Wartburg zur Kirche, ihren 
Säugling in ihren Armen tragend 1). 
Sobald das Kind geboren war, wurde sein Geschlecht festgestellt 2), 
dann wurde es in warmem Wasser gebadet, in Tücher gehüllt und 
mit einem Bande festgewickelt 3). Die heilige Elisabeth hatte schon 
bei ihrer Aussteuer eine silberne Badewanne mitbekommen, ebenso 
wie ihr auch eine silberne Wiege mitgegeben worden war 4). 
Die Taufe wurde so bald als möglich vorgenommen. Gewöhnlich 
geschah das schon nach sechs Wochen, und dann wurde dies Fest mit 
1) Item in purilicatione post partum singuloruni suornm lilioruni, eompletis die- 
bus eonsuetis, cum aliae niatronae in gloria inulti eoniitzitus et vestibus preeiosis ad 
Ecclesiain venire consueverunt, ipsa in laneis, nudis pedibus familiariter ibat ad 
eeclesiam remotam per difficile eastri deseensum via dura et lapidosa, laortans 
piierinn suum in propriis ulnis, exeinplo beatae Virginis, euni eandela et agno 
offerens puerum ad altare, et statiin post reditum suuni doinuni tunieain eandeni 
et pallium, qnibus usa fuerat, pauperi inuliereulae dare eonsuevit. (De dietis IV. 
aneillarum S. Elisabethae. Testiinoninin Isentrudis.)  H. Elisabeth 2213: Die 
reine vrouwe lobesam, Wanne di zit ein ende nain Ir kindelbettes innekeit, 
daz si dan nach gewonheit Solde nach den vierzie dagen Ir kindelin ze kirchen 
dragen, Si liz alle ubermaze sin, Di an den vrouwen wirdet schin, Di mit der 
werlde umme gent Unde an hoehverte stent; 2236: lr kint sie uffen alter drue 
In ir beiden armen da: Si beval iz gode iesa. Da bi ein kerze ln-ante. 
2) Parz. 112, 23: Si und ander frouwen Begunde betalle sehouwen Zwischen 
beinn sin visellin, Er muose vil getriutet sin, D0 er hete nianliehiu lit. 
3) Wernher v. Tegernsee, Marienleben p. 178: Ein bat si iine garten Vnd 
wunden ez mit Hizze In diu tueh so wizze Mit lininen vadeiuen 'I'wungen sie ee 
sainen Den lichainen reine.  Gr. Wolfdietrich 147: Der brahte ir eine frowem, 
die bereite ir daz kindelin; 148: Ez ward heimliche gewaschen und gezwagen; 
150: D0 daz kindelin kleine usz dem bad ward usz bereit, Man wand ez in sidin 
tucher, also uns disz buoeh seit, Ein küssin also riehe schlug man uinb ez zu 
hant; Ein gurtelin von sidin was sin windelbant (cf. 194). Vg-l. II-augdietr. 140: 
Ein ehüss von laalinat seiden man umb daz ehindel wand; Ein gürtl seiden was 
des chindes wiegen panndiä.  Das Baden des Kindes und das Wiekelkind abgeh 
bildet in der Miniatur des Salzburger Antiphonar. Mitth. d. k. k. Cominission XIV. 
T. V. Das Wickelkind allein auf dem Einail des Kl0sterneuburger' Altars. (Be- 
richte des Alterthums-Vereins zu Wien, IV. Wien 1860. T. III, v.) 
4) H. Elisabeth 497: Si hiz ir balde machen Nach fruntlielien Sachen Von 
silbere lodec wize Mit druwelichem ilize Denie kinde ein zuberlin, So ez wehes 
kunde sin, Da man iz inne mochte Baden, Wan iz dohte. Si hiz oucli balde higen 
Von silber eine wigen In wilnderlieher gunste Nach meisterlicher kunste, Da man 
daz kint in legete, S0 iz die annne degete Unde mit der spune neme war.  
Rom. des 7 sages 1274: ear le bereuel ne sot dreeier.  Dolopathos p. 175: Elle 
a son enfant atorne Et rendormi en son bereuel.  H. GGOTg 3099: Sie hub sich 
von dannen do Da. sie ir kint liegen vant, Da sie ez in die wiegen bant.
        

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