Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-996067
Bemalung 
A ussenwände, 
und verwendet hat, ist noch zweifelhaft; es scheint, dass man in Bur- 
gund sie anzufertigen verstand (Viollet-Le-Duc a. a. O. 331). Wenn 
wir uns das Dach mit bunten Emailleziegeln eingedeckt denken, in der 
Art, wie Wir später die Dächer von gothischen Kirchen öfters decorirt 
finden, so erhalten wir vielleicht eine Vorstellung von dem Pracht- 
Dach des Schastelinarveil, welches Wolfram 1) beschreibt. 
Ob man die Mauern und Zinnen der Schlösser wirklich mit bunten 
Farben, Vergoldungen u.  W. verziert hat, wie mehrere Dichter dies 
erzählen, dafür finden wir an den uns erhaltenen Ueberresten keine Be- 
weise vor (vgl. S.  Unmöglich ist es a nicht, dass man verschieden- 
farbige Steine in gefälligen Mustern zusammenstellte und so das Aeussere 
der Mauer hübsch decorirte. In den Kirehen- und Rathhauslaauten 
Oberitalicins hat man ja gerade in ener Zeit mit Vorliebe abwechselnd 
Schichten von rbthem oder schwarzem und weissem Marmor ange- 
wendet, und es ist wohl möglich, dass der Dichter solche Gebäude 
kannte und nur etwas übertreibend den empfangenen Eindruck bei 
seiner Beschreibung verwendete 2). In den norddeutschen Backstein- 
bauten der späteren Zeit, z. B. bei den Thorthürmen von Stendal, 
Tangermünde, finden wir  auch Muster aus farbig glasirten Ziegeln 
vor. Auch eine Bemalung der Mauern scheint mir durchaus nicht 
unmöglich  Die Kunst, mit farbigem Schmuck die Einförmigkeit 
der Weissen Kalkwanrl zu beleben, die dann im funfzehnteil und sechs- 
zehnten Jahrhundert allgemein in Deutschland und Italien sich Eingang 
verschaffte, scheint schon viel früher? bekannt gewesen zu sein. Hudson 
1) Pan-z. 565, 7: Dö Giiwfm den palas sacli, Dein was nlumbe sin daeh Reht 
als pffzwin gevider gar, Lieht gemäl unt sö gevar. Weder regen noch der snü Entet 
des daches blicke wö. 
2) Troj. 17396: Die steine kreftic unde ganz, Mit den diu inüre was bereit. 
Die truogen schoener varwe cleit, Dez liehten schin den ougen böt. Si wären 
gel, griien linde röt, Wiz, brün unde als ein l{1,süi' blä. 
3) Alexanderl. 791: Si täten die turne mälen, Dez daz röte golt der ab schein 
(iGDIÜSGt oben im den stein: Dä zesviscen gingen de bogen. Si wirren a1 mit 
gnlde bezogen.  Herz. lilrnst 2216: Diu (miure) was harte tinre Von eclelexi 
nmrinelsteine, Die wirren algeineine Gel, grüene und weitin, Dez sie niht schrenei- 
mohte sin, Swarz, röt unde wize: D21 inite was sie ze füze (leschäiehzzxbelt nnt 
gelieret, Manigen ende gezieret Von maniger hande bilde, Beide zum unt wilde, 
Die man kunde genennen Oder ieman mohte erkennen, Lüter licht als ein glas. 
Ein grabe der umbe was Dä. durch ein wazzer üöz, Daz die burc beslöz. Oueh 
wirren die zinnen, Beide üzen und innen, Meisterlich gezieret, Mit golde gefieret 
Und mit edelem gesteine Beide gröz nnde kleine, Allßl nlßiSterlich geworht. Diu 
bnre stuont gar unervorht: Sie vorlite niemannes her. Wercliüs (nicht lieber 
,wicl1üs"?), berfrit, brustwer, Geinält und meisterlich mgiwtlien.
        

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