Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994962
Vorrede. 
Correctheit 
vermissen 
un d 
111] S 
mit 
reiner 
Freude 
ihrem 
Zauber 
hin- 
geben. Diese kindliche liebenswürdige Anmuth dürfte selbst in 
gelungensten Leistungen der italienischen Bildhauer nur selten 
zutreffen sein. 
den 
an- 
UIIS 
Wenn wir nun seit langen Jahren mit Erfolg 
mit dem Leben und Treiben der italienischen 
danach streben, 
Gesellschaft des 
fünfzehnten und sechszehnten Jahrhunderts vertraut zu machen, zu 
verstehen, wie gerade aus ihren Kreisen eine so zahlreiche hochbegabte 
Künstlermenge hervorgehen konnte, so scheint es ebenso gerechtfertigt, 
die Frage aufzuwerfen, wie war in Frankreich und in Deutschland das 
Leben der Zeit, in welcher nicht allein die bildende Kunst so ausgezeich- 
nete Erfolge erzielte, sondern auch die lyrische und epische Poesie in 
einer Weise, wie kaum je Wieder, geübt und gepflegt wurde. Auf diese 
Frage giebt uns die politische Geschichte keine Auskunft; hier handelt 
es sich nicht darum, die Kriegserfblge, die diplomatischen Verhand- 
lungen, das politische Wachsthum oder den Niedergang der Staaten 
kennen zu lernen: wir müssen uns ein Bild schaffen vom Leben und 
Treiben des Volkes, und von dem erfahren wir durch die politische Ge- 
schichte wenig genug. Das kann uns nur die Culturgeschichte geben. 
Ich Weiss sehr wohl, dass gerade die Culturgesohichte sich in 
wissenschaftlich gebildeten Kreisen nicht des besten Ansehens erfreut, 
dass heute es noch eine Verinessenheit ist, ehe alle die zu Gebote 
stehenden Quellen benutzt und ausgebeutet sind, an eine solche Arbeit 
zu gehen, aber an die Vorarbeit muss doch einmal Hand angelegt 
werden. Üeber die Cultur der Renaissance haben Wir das Meisterwerk 
Jacob 
Burckhardfs ; 
die 
Cultur 
des 
zwölften 
und 
dreizehnten 
Jahr- 
hunderts zu schildern, sind bis jetzt nur mehr oder minder unvoll- 
kommene Versuche gemacht worden. Möge sich denen meine Arbeit 
anreihen, eine Vorstudie, die vielleicht, wenn sich einmal eine berufene 
Kraft findet, die Culturgeseliichte jener 
schreiben, diese mühevolle und schwierige 
massen erleichtert. 
interessanten Epoche zu 
Aufgabe zu lösen einiger- 
Ich will keine Culturgeschichte schreiben; die geistigen Be- 
wegungen und Bestrebungen der bezeichneten Periode darzustellen, 
ist durchaus nicht meine Absicht, würde auch gänzlich ausserhalb 
meines Studienkreises liegen; meine Aufgabe ist viel enger begrenzt. 
Den Anlass zu meinen Untersuchungen gab mir die Wahrnehmung,
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.