Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-995969
Baleon. 
Söller. 
deutschen Autoren die Li11e sehr selten erwähnt (s. Mhd. Wtla. l, 964), 
ausführlich nur von Ulrich von Lichtenstein beschrieben. Er erzählt, 
dass die Balconthüren erst des Abends geschlossen werden 1) und dass 
man auf den Linen Teppiche aufspannte zum Schutz gegen den Wind 
und den Sonnenbrand 2). Er selbst steigt an zusammengeknüpften 
Betttüchern zu dem Balcon seiner Herzensdanie hinanfä). 
Die Hestres", deren die französischen Dichter so oft gedenken, 
sind wohl auch nur 13211001184); oder sind es nur die Fensterlwiistungen3' 
Sie werden nicht nur am Saale und den  sondern auch 
an den Thürmen angebracht 
Der Söller") ist wahrscheinlich eine Platefbrm, auf der man be- 
quem sitzen und die Aussicht geniessen konnte. 
Der Iiaanmern gab es nun viele auf einer Burg. Speisekammern, 
Vorrathskammern, Schatzkammern, vor allem Rüstkammernl) durften 
nicht fehlen und werden ausdrücklich genannt. Ein eiserner Speise- 
schrank wird auch einmal erwähnt S). Wo diese Kammern und Ke- 
nieiläten alle untergebracht wurden, das hing von der Disposition 
1) Frauend. p. 343, 7: Ich was dar keinen alsö fruo, Dennoch die line nihl. 
giengen zuo, Als man doch gern gein fubent tuot. 
2) Fmuend. 331, 13: Dö giene ich vön den sieehen (Iibn Gein eine line hin 
näher stäm. D5. für sö was ein tepich guot Gehangen, als man ofte tuot Für 
line, dä. man wil WITILIBS niht, Noch lieht; für die zwei ez geschieht. Vor der 
line der tepieh hie, Dar in vil kleine iht Windes gie. I 
3) Frauend. p. 344, 14: Seht ir dort jene höhe lin? S6 man dar üz her lmbet 
ein lieht, Sö sümt fürnames iueh dä niht, Ir gäbht der under snelleelich. D21, vin- 
det ir hangende endelieh Lilaeh zesamen gebunden wol, Dii mit 1mm iuch üf 
ziehen sol.  Vgl. Lane. ll, 1427 9: Ende lenen, das si mohten lencn im.   
berg, Lieders. II, 231 (Mhd. Wtb. III, 469): Mit einem sehoenen palas, In dem 
vil seheene frowen was In den welken höch enbor.  G-illes de. Chin 477: Lau 
contesse est än S11. puie Oü 0 sez pueeles s'a.puie. 
4) Perc. 20871: Devant si üst ä. aus porter E11  iestre desour le iner; 
20877: Li rois es iestres säpoia; 22485: Pnis vint vistement zus fenestres, Le graut 
eve vit sous Ies estres; 22518: Celi piist (la pucelle) pzu- grans aunisties Entre 
ses bras laiens as estres, Le inist pur une des fenestres Et (lales Peskekier säisisent; 
39305: Li rois Artus estoit as estres Apoies estoit aus fenest-res; 42571: Et s'en vint 
npoies es estres Dou palais, parmi les fenestres. 
5) Blanezmtlin 3102: Si vint zus estres de 1a tor. 
6) Vgl. Mhd. Wtb. T12, 467: sölre.  Lanc. II, 18944: Sochte hi 21.1 ointrent 
doe In cammeren ende op sulren toe.  Guill. de Palerne S872: Por esgarder 
estoient tuit Monte es Ioges et as estres Et  soliers et es lenestres, Dammes, pu- 
celes et borgois Por esgarder les noviax rois. 
7) Godefr. de Bouillon 32562: E11 eeste ezunbre-chy ly bers 'I'z1ng'res trouvzu 
De lmubiers, dhnneures, y vit et regarda, Pour armer -e- paiiens des armes pur delän. 
8) Floovant p. 42: Vit -j- escrin de fer qui an chartrenier 1111. Ä son pie lou 
peeoie li ons de grant vertuz Et de pain et de chzu- i trova.
        

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