Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-995945
Schlafknanmern. 
die Bewohner mussten sich doch gegen plötzliche Störung sichern. 
Wer die Kemenate betreten wollte, hatte höflich anzupochen, den 
Klopfring zu rührenl). Um den Katzen jederzeit den Zutritt in die 
Kemenäte zu gestatten, war in der Thür eine kleine Oeiiiiung unten 
ausgeschnitten 2). Andere Kemenaten sind für die Jungfrauen bestimmt, 
Welche der Schlossherrin aufwarten 3). Wurden im Hanse selbst 
Webereien etc. angefertigt, so waren für die dienenden Mägde be- 
sondere Arbeitssäle angelegt (wercgadem) 4); die Arbeiterinnen und 
die sonst zur Bedienung bestimmten Mädchen schliefen gemeinsam in 
diesen Säleni"). Fremdenzimmer fehlten wohl in keiner Burg; nur 
wenn der Herr unverheirathet oder Wittwer war, liess er dem Gaste 
in seinem eigenen Schlafzimmer ein Lager bereiten ü), sonst erhielten 
die Ritter, die im Schlosse übernachteten, jeder eine eigene Stube, 
oder Wurden gemeinsam in ein Zimmer T), im N othfall, wie wir bereits 
gesehen haben, auch im grossen Saale untergebracht. So prächtig 
den Beschreibungen nach nun die Betten und die ganze Einrichtung 
der Schlafzimmer waren, so fehlte doch Manches, was wir als uner- 
lässlich betrachten. Von Waschtischen ist nie die Rede; die Diener 
gossen mit Kannen den Herrschaften, sobald dieselben aufgestanden 
waren, über einem Becken etwas Wasser auf die Hände und das 
genügte zur Morgentoilette. Eine gründliche Säuberung nahm man 
erst im Bade vor. Aber auch andere nothwendige Geschirre scheinen 
gänzlich unbekannt gewesen zu sein; dass sie in unseren Gedichten 
nicht erwähnt werden, würde nichts beweisen, da man von solchen 
Dingen in guter Gesellschaft nicht spricht; doch scheint die unten 
1) E11. p. 78, 26: Vaste sie beslozzen vant Der kemenäten tore. Ein W110 
klophete sie (121 vore Ünde rürde den rinc.  Elie de Suint-Gille 1613: Duscns 
huis de In czunbre en est VGILIJS Joses. I1 est lmsses zwant, si a, Tanel crollö. 
2) Renner 4226: Dort sölte ein katzzen vensterlin Unden sin an iener tür. 
3) Nib. Z. p. 55, G: Dö hiez ir juncfrouwen (lrizec meide gfm Üz ir kemenalteim 
Kriemhilt din künegin. 
4) Iwein 6168: Nü sauber inrehalp dem tor Ein witez wercgadem stän; (S190: 
Dm- in er durch ein venster such "Wurken wol driu hundert wip.  Cröne 103151: 
Ginöver üz dem wercgadem Santa eine nmgt hervür. 
5) Kudr. 1525: Diu kint von Ormanie diu truogen ir diu liebt. Si heten ii- 
gedienet dä. vor vil selten ieht. Man vant dfu gerihtet W01 drizic oder möre Vi] 
süberlicher bette, die. ligen selten der ritter tohter höre; 1194: GC-rlint diu vil 
übele liez si ligen äne küsse üf herten benken. 
6) Perc. 24698: En 1a, sale li chevalier Sont demorö avee lor oste. Lor lib 
furent iäit coste 21 coste, Gar li preudom fame nßwoit. 
7) Grüne 5373: Und giengen alle viere D51 der geste kaunere was In ein 
sehnen palas. 
        

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