Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-995938
Gemi 
Kemenäte 
nach P. Lacroix, Arts et metiers); werthvolle Kleidungsstücke wer- 
den noch besonders in Tücher eingeschlagen, ehe man sie in die 
Kasten verpackt 1). Ein Heiligenbild, Cruciiix, vor dem die Bewohner 
ihre Andacht verrichteten, (lurite in dem Schlafzimmer frommer Leute 
nicht "Fehlen 2). IDass auch die Portraits geliebter Personen in der 
Kemenfite laewahrt wurden, ist nur durch zwei Dichtungen bezeugt 3). 
lu dem Schlafzimmer der Hausherrin Wurden zugleich die Schneidereien 
ausgeführt; sie arbeitete da mit ihren Jungfrauen gemeinsam i). Dass 
die Thür verriegelt und verschlossen werden konntenwar natürlich  
1) Nib. Z. p. 40, 1: Dö KViLYt üz der valde guotei" wzete vil genomen; Z. p. 42, 3: 
D0 wart üz den kistcn gesuochet guot gewant, Swaz man in der valde der liehten 
wzete vant.  Trist. p. 322, 29: D0 hete ich aber daz inine (hemede) Heinliehe 
in minem sehrine In reinen wizen wrlten Verborgen unde behalten.  Nithart 
XLVIII, 7 (MS. H. III, 227): Min rökkel in der valde lit, Dar inne man mich 
Springen Sit; LT, 4  228): Tn valde Lag ir vire taglich gewant. 
2) Barlaanl p. 349, 16: An sin heinlich gemaeh An sine sunder slafstat (giene 
er dö). Da was ein bilde in gcsat, Nach gote in kriuzewis gesniten, Vor dem er 
mit gewenten siten Dicke herzecliche tet An got nach helfe ein gebet.  Der 
vrouwen tröst (Ges. ab. III. 443) 87: Unde huop sich harte (lrätc In ir keinenatc: 
D51. vant si zuo der rehten hant Gotes marter an der want. 
3) Alexanderl. 5439: Dö was di frowe des bedacht, Daz si 7.6 mir sante einen 
man, Der was alsö getan, daz er konde malen. Der malede zö dem male An 
einer t-abclen ininen lib. 5995: Dö leitte mich di frouwe In eine keinenate, m si 
behawen hate Ein bilide nah mir getan.  Gr. Wolfdietr. S27: Einen schönen 
schilt nnwe frümte die frowe wolgetan. Dar an lies sie malen Otnit iren liben 
man Mit roter lasure, daz sage ich furwar, Ein kron uf einem houbte von rotem 
golde klar. S28: Andm: halp dagegen ein wunderschönes wip, Lieblich anzusehen 
was ir beider lip. Er hette sie uinbvangen und kuste sie an den munt. 1551: 
Ein schilt schöne und nuwe hieng vor der keiserin, Daran stund gemalet zwei 
kluge bilde vin, Daz eine was Otnide, daz ander ir gelich. 1553: Den schilt nam 
si bi den riemen und lies in in der hende umb gen.  Zu diesen kunstgeschiehtlierli 
höchst merkwürdigen Stellen ist noch zu vergleichen: Nithart V], 4 (MS. H. III, 303): 
Finen kluogen list ich da besan: Ein guoten maler ich gewan, Der wol bilder machen 
kan. Einz macht" er glich dem Engehnar. 7: Einer kam uz der Walachie dar, Der 
trnog manger hande war Unt gemalet vrouwen bilder klar.  Walaehie ist wol 
Walhe lant d. h. Italien; wir hätten da hier den ersten italienischen Bilderhzrusirer. 
4) Graf Bi1d0l_{' ab 7: Da vore (dem bette) na ein teppet lach. Da die vrouwe 
uf trat, Da si uf solde sizzen, daz was mit guten wizzen PI-arte wol geinachet, 
Da bi was geschadet Ein ander teppet geleget, Alse man in manigeii enden 
lahligit, Da die vrouwen uife sazen, Die schufen unde mazen Phellil unde cindal 
Unde ouch ander gewat Des man da ze hove bedorfte. Da sazen unde worchten 
Schone megede unde wip Suckenie unde kursit, 
5) Willeh. 147, 28: In ir kemenäte. Dö si kom innerhalp der tiir, D6 hiez 
si balde sliezen für Einen isninen rigel Stare.  Nib. 612: Der edele künec dö 
selbe vil wol beslöz die tür, starker iigele zwene warf er balde dar vür.  Kudr. 
1330: D6 sprach diu Hilden tohter: ,besliezet mir die tüi". Starker rigele viere 
schöz man dar für.  Ein einfaches Thürschloss beschrieben Trist. p. 426, 31 ff. 
6'?
        

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