Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-995896
Laternen. 
Festsaal. 
Wie es scheint, wurden sie auch in besseren Häusern nicht gern ge- 
braucht; sonst hätten die Dichter sie gewiss öfter erwähnt. 
Weniger zur Beleuchtung der Zimmer als zum Handgebrauch der 
Bewohner dienten die Laternen 1). Das Licht wurde durch ein Gehäuse 
vor dem Zugwinde geschützt i), (lurchsichtige Hornplatten 3) oder 
Krystallscheiben waren in das Gestell eingesetzt 4). 
Bei festlichen Gelegenheiten liessen sich die Herren, wenn sie des 
Abends zu Hofe ritten, mit Fackeln und Windlichtern voranleuchten 5). 
Die Zahl der Säle ist verschieden. ln mancher Burg war nur 
einer 6), in anderen viele 7). Ja es wird der Saalbau, der doch gewöhnlich 
in einem Palas gelegen ist, besonders genannt, von diesem unterschieden?) 
Dann bezeichnen die Dichter wohl das eigentliche Wohnhaus, in dem die 
Wohn- und Schlafzimmer hegen, nur mit dem Namen Palas, den Bau 
dagegen, welcher den Festraum allein enthält, als Saal. S0 viele saal- 
artige Gemächer aber auch in einer Burg vorhanden waren, eines der- 
selben ist der Hauptsaal 9), in dem die grossen Festlichkeiten stattfanden. 
In diesem Saale versammelt der Fürst seine Getreuen und hält 
mit ihnen Hofw). War ein grosser Kreis von Besuchern gekommen 
1) Guill. d'Orenge l, 1181: Avec els portent et cierges et lanternes. 
2) Partonopeus 4463: Une lanterne atant li baille; Puis li a dit que tot sains 
faille La. eandelle qui art dedens Nestaint par ores ne por veus. 
3) Parton. 7764: Üz horne ein guot lucerne Ist dir bereit von miner hant. 
Dar inne werde ein lieht enbrant; 7920: Gar in tötlicher hitze Wart diu lucerne 
dö zehant Von im geworfen an die want, Daz si ze manegen Stücken brach. 
4) Apollonius 14333: Zwein juncfroun sie iief, Die t-ruogen ein laternelin, 
Daz was pereit von golde fin Mit vier liehten cristallen. 
5) Guillems de Nivers reitet des Abends zu Hofe: F1a1nenca7488: E -xx- brandos 
grans et espes, Aitals com poc us hom portar, Fes ciavan si ades creinar; De -xx- livres 
era cascuns E avia. y  Hars 0 plus.  Ott. v. Steyer DCOLXXIV: Damit die herrn 
san Zu herwerg riten dem Und beten das abenteszen. Darnewh Wart nicht vergeszen 
Des lande-s kamrer, Grosz und swer Wintliecht vil mit mmichait Wurden do perait. 
Also wurden chostleieh Iegleichen fursten sonderlich Perait dy wintlieht sein. 
G) Kudr. 1145: W01 siben palas riche Uni: einen sal vil Witen. 
7) Kudr. 1542: Man hiez in Wesen meister der vierzic türne guot Unt sehzic 
sale witer, die stuonden bi der vluot Unt dri palas riche. 
8) Nib. Z. p. 62, 4: Sehs unt. ahzee türne si sähen drinne stän, Dri laalas 
wite unt einen sa] W01 getän. 
9) Guil. de Palerne 5382: La maistre sale; 7067: De 1a maistre sale perrine 
Est descendue 1a ro'1'ne; 7580: En 1a graut sale marberine.  
10) N11; Z_ p_ 13, 2; Welt ir den künic vinden, daz mac vil W01 geschehen. In 
jenem sale witen hän ich in gesehen B1 sinen helden; Z. p. 181, 5: Mit dem 
hergesinde si giengen in den sal, Dä. si den künic vunden bi manegem küenen 
man.  Trist. p. 272, 11: Unt was vil unehel herschaft Des lantvolkes michel 
kraft Vor dem künege in dem Süd. 
        

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