Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-995888
Fackeln. 
Lampen. 
Unbequemlichkeiten. Abgesehen davon, (lass das Licht flackert und 
ungleich ist  darauf werden unsere Vorfahren Weniger Gewicht 
gelegt haben, da sie ja am Abende nicht arbeiteten  so wurde die 
ganze Einrichtung des Saales durch die Funken und vor allem den 
Qualm der Fackeln geschädigt. Die Wandgemälde, die Umhänge, 
alle die kostbaren Teppiche und Bezüge der Sessel mussten bald 
unansehnlich werden, sobald 
 man Fackeln im Saale an- 
 brannte; und für die Bewohner 
lf selbst kann der Rauch, so sehr 
i: sie auch an rauchende Kamine ge- 
  Wöhntwaren, doch trotzdem nicht 
h angenehm gewesen sein. Ebenso 
b! wenig empfehlenswerth war der 
 Gebrauch der Lampen 1). Wir 
g  kennen die Form derselben aus 
41  den Darstellungen der thorichten 
   und klugen Junvfrauem die Sta 
f!" Äll      ö l  
 ääien derselben am Strassburger 
 p mit? 1111;],  ä V ünster, an der Brautpibrte der 
l Kp Nürnberger Sebalduskirche tra- 
  schüsselartige Gefässe, deren Bo- 
Ämmbe   "i  den cylindrisch oder kegelförmig 
Fig. 27. Leuchter des Gennanischen Museums. verlängert  und SO eine Hand- 
habe bildet. Der Docht war 
darin durch einen Schwimmer, genau so wie bei den zum Kirchen- 
gebrauch bestimmten Ampeln, gehalten. Auch in den Miniaturen des 
Hortulus deliciarum (Engelhardt, T. V) ist eine solche Hängelampe 
abgebildet 2) (s. Fig. 23). Hell gebrannt haben sie gewiss nicht, 
dagegen leicht einen hässlichen übelriechenden Qualm verbreitet. 
1) Lassberg, Liedersaal III, 47: Hat er nit öls, waz hilfet daz, Wie ganz ist 
siner ampeln glas? (Mhd. Wtb. I, 31.)  Rolandsliet 2504: Thaz gesteine lühte 
thar ovene Sam thaz prinnende olevaz.  Kaiserchr. 89: 11- ophir brahten 
sie ze minnen Vur die maeninne Mit brinninden olvazzen. In allen römiskin 
gazzen Inzunten sie ir olevaz.  Rom. de 1a Charrette 4562: N'an 1a meison 
n'avoit chandoile Nä lampe nä lanterne ardant.  Aiol 9085: Ains n'i ot alume 
candelabre ne lampe. 
2) Tit. 6113: An guldin keten vier und zwentzic da henget Der edlen lampen 
riche.  Cröne 8136: Ein tiurer lieht der kamerer truocyVon balsem in ein vil 
witez glas, Daz mitten in dem palas Von golde an einer ketene hienc.
        

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