Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-995873
Beleuchtung. 
decorative -arts ecclesiastical and civil of the middle age" (Lond. 
1853) P. 93, und H. Shaw, "Dresses and habits of the middle ages" 
(London 1843) T. 19; bronzene Leuchter sind mitgetheilt von Hefner- 
Alteneck, nliunstkammer des Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen" 
(Münch. 1867) Taf. 27 und "Kunstwerke und Geräthe" I, T. 70 u. a. 
a. O. Die Figg. 24-27 abgebildeten Leuchter gehören dem Ger- 
manischen Museum zu Nürnberg (Kunst- u. culturgesch. Denkm. T. 
XI u. XX). Gewöhnlich brannte man Kerzen, d. h. Wachslichte 
(cereus, fr. cierge)1); es wird jedoch auch der wchandoiles" ge- 
dacht 2). lst die Chandoile ein Talglioht? jedenfalls wird sie von der 
Cierge unterschieden. Diese Frage ist nicht leicht zu entscheiden. 
Auch was wir uns unter einer Handvoll Lichter denken sollen, leuchtet 
nicht recht ein 3). Dass man, um eine grössere Helligkeit zu erzielen, 
mehrere Lichter zusan1n1endrel1te4), dieser Gebrauch ist auch durch 
die Monumente belegt. In Dürers Marienleben, auf dem Blatte, wel- 
ches die Vermählung der h. Jungfrau darstellt, halten zwei Männer 
solche zusammengedrehte brennende Wachskerzen. Die Fackeln 
(afr. tortices, mnl. tortijtsen) werden öfters erwähnt 5). Sie stecken 
in Fackelträgern (candelabresß). Bei Festen wurde das ganze Haus, 
vor allem aber der Saal, hell beleuchtet 7). Der Gebrauch der Fackeln 
zur Beleuchtung des Saales hatte aber doch nicht unbedeutende 
1) Aiol 9081: Ainc n'i ot alume cierge ne candelabre. 
2) Erec 3250: Mont i ot cierges alumez Et chandoiles espessenment. 
3) Rom. de sept sznges 4522: Avoec lui un serghant avoit Plain poing de 
candoiles tenoit, Qui bien estoient alumees.  Parz. 82, 24: Dä. wärn ave unge- 
füegiu liebt Von kleinen kerzen manec schoup Geleit üf ö1b0un1e loup.  641, 
16: Managen kerzinen schoup Truogen knappen vor den ritern dan.  Perc. 
32632: De candoiles une bracie Avoient li doi vallet faite. 
4) Wigal. p. 190, 15: Ein kerzen ir ieslichiu truoc, Gröz, gewunden, diu vaste 
bran.  Aiol 9218: Si aporte en sa, main une candoile torte. 
5) Rom. de 1a, Oharrette 1016: Mes fant avoit leanz chandoiles Tortices grosses 
et ardanz Que 1a, clartez estoit moult grant.  Walewein 4511: Met tortijtsen 
ende met stalleehten Scoten up cnapen ende unechte; 4761: Tortijtsen ende 
staJJichte vele. 
6) Walewein 1052: Walewein sach binnen der sale Tortijtsen staen up can- 
delare Die 311er gader goudijn waren.  Amis et Amiles 648: Devant le conte 
am; uns grans chandelabres. 
7) Pereev, 18894: Une jeie 1a nuit ot graut Tel que nus hom ne le puet dire 
E1; (19 luminaiye et de cire Es tours, es maisons, es celiers, Sor murs, sor aloh-s, 
sor soliers, Que ]i castiaus qui moult ert grans Sambloit que i1 fu tos ardans; 
24947; Par 1a S319 a, moult grans elartes, Partout a, cierges allumes.  Durmars 
9806: Doi -c- tortich i ardent 01er Qui 1a en haut sunt atachie, En -ij- parties 
sunt rangie, Molt est grans 1a, clartes 1aiens.
        

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