Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der liturgischen Gewänder des Mittelalters oder Entstehung und Entwicklung der kirchlichen Ornate und Paramente in Rücksicht auf Stoff, Gewebe, Farbe, Zeichnung, Schnitt und rituelle Bedeutung nachgewiesen und durch zahlreiche Abbildungen erläutert
Person:
Bock, Franz Müller, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-932
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2031
reichen Genua Wyerkstätten zur Anfertigung von Seidenzeugen, 
und schon kommen im XIII. Jahrhunderte genuesische Stoffe in 
den Handel, die sämmtlich mit dem Ausdrucke „pannus" bezeich- 
net werden; dass dieselben kostbarer Art und von Seide gewesen 
sein müssen, geht schon aus der reichen stofflichen Beschaffenheit 
so wie auch aus ihrer Verwendung hervor. 1) 
J emehr Lucca in seiner Industrie sank, desto mehr erhob sich 
dieselbe in Florenz, und man kann behaupten, dass die Macht und 
der Reichthum von Florenz wesentlich durch die Ausdehnung sei- 
ner Seidenmanufaeturen im XIV. Jahrhunderte bedingt wurde. 
Um dem Leser einen Begriff von der Grossartigkeit der Sei- 
denweberei der berühmten Vaterstadt der Mediceer zu geben, wie 
dieselbe sich im XV. Jahrhunderte gestaltet hatte, lassen wir hier 
wörtlich die in etwa übertriebene und prahlerisehe Schilderung 
eines florentinischen Chronisten folgen, die gegen die Venetianer 
als Rivale in diesem Metier gerichtet ist. Benedetto Dei 2) eifert 
in seiner" Chronik wie folgt: 
"Was aber nun die Seidenzeuge, die schweren Gold- und Sil- 
„berbrocate betrifft, die Wir früher gemacht haben, jetzt noch ver- 
"fel-tigen und noch ferner in einer Quantität fabrieiren werden, 
„wie das Venedig, Genua und Lueca zusammen genommen nicht 
wvermögen  so erkundiget euch hierüber des Nähern in den 
„Bankhäusern der Mediciis, der Pazzi, der Capponi, der Buondel- 
„monti, der Corsini, der Falconieri, der Porlinari, der Chini, der 
„ser Martino etc. und bei tausend andern Handelshäusern und 
"Bankgeschäften, die ich nicht aufzähle, weil es zu viel Raum in 
"Anspruch nähme." 3) 
"Bei der schnellen Ausdehnung, die im Laufe des XIII. und 
XIV. Jahrhunderts die Anfertigung der Seiden- und Luxusstoife 
in den freien Städten des nördlichen Italiens genommen hat, ent- 
stehen Fragen, deren Lösung der Forschung bis zur Stunde noch 
nicht gelungen ist. 
1) Itcm cappa. (Chorkappe, Rauch- oder Vesper-Mantel, pluviale) de panno Ja- 
nuensi cum circulis et avibus croceis et leopardß The history of Sh Pauls 
Cathedral, pag. 318, col. 1. 
9) Dalla. Cronica di Bened. Dei, 
3) Wer sich näher Raths erholen will über die Ausdehnung, die die Seiden- 
industrie vollends im XV. Jahrhunderte in Florenz und dem übrigen Italien 
gewonnen hatte, der vergleiche das interessante Werk von Pagnini sezione 
v, w. I (nur Artä della seta, et prima aß tempo, in cui 3a cßede ehe 
fasse gih stabilita in Firenze questa Manifattura) und pag 11g_113' ca 
11 (nur 11mm delP arte della Seta) etc. ' 19'
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.