Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der liturgischen Gewänder des Mittelalters oder Entstehung und Entwicklung der kirchlichen Ornate und Paramente in Rücksicht auf Stoff, Gewebe, Farbe, Zeichnung, Schnitt und rituelle Bedeutung nachgewiesen und durch zahlreiche Abbildungen erläutert
Person:
Bock, Franz Müller, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-932
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1971
tigten, genoss Almeria den bedeutendsten Ruf, der sogar sprüch- 
wörtlich wurde. 1).  Ein arabischer Schriftsteller, Ibn-al-Khatib, 
nimmt sogar keinen Anstand, Almeria seines Handels, seiner 
Reichthümer und seiner Manufactur wegen die erste Stadt der 
Welt zu nennen. Dies bestätigend gibt M. Quatremere, dem Be- 
richte des Al-Makarri folgend, anß) dass die Stadt Almeria um 
diese Zeit 800 Gewerke zählte, bloss für Anfertigung von seidenen 
Schürzen und Binden. 
Wie man heute in Städten mit grüssern Seidenmanufacturen 
die Webestühle zahlt, je nachdem auf denselben glatte Stoffe (Sa- 
tin, Atlas, Taffet) oder dessinirte und brochirte, oder Sammet und 
Sammetbänder angefertigt werden, so classificirte man in Almeria, 
als seine Industrie ihren Culminationspunkt erreicht hatte, im XII. 
und XIII. Jahrhunderte, auch die Metiers je nach der Beschaffen- 
heit der Gewebe, die darauf angefertigt wurden; so waren 1000 Ar- 
beiter daselbst beschäftigt mit der Weberei von Brekaten und 
Stoffen, die man shßlßl" nannte, eine fast noch grössere Zahl 
Weber verwandten ihren Fleiss auf Anfertigung eines Gewebes, 
das man mit dem Ausdrucke uiskalaton" bezeichnete. 
Ferner zählte man daselbst 1000 Weber, die sich mit Anfer- 
tigung von Gewändern befassten, welche man "al-jorjani" nannte; 
eine gleiche Zahl von Arbeitern verlegte sich auf Anfertigung von 
seidenen Geweben, die unter dem Namen "isbahani" (Ispahan) gingen, 
 Ferner befand sich daselbst noch eine grosse Zahl von kleinen 
Manufacturisten, die Damaststoffe anfertigten, in hellen Farben zu 
Behängen und zum Kopfputz für Frauen; die Anfertigung eines 
andern Stoffes, "tiraz", beschäftigte ebenfalls 800 Gewerke, Es 
ist dieser „terminus technicus", dem wir auch bereits oben bei der 
königlichenWeberei im Palaste der normannischen Fürsten in Pa- 
lermo begegnen, die arabische Bezeichnung für ein Ehren- und 
Feierkleid. Dieser "tiraz" gehörte also zu den kostbaren Gewe- 
ben. In denselben waren meistens die Namen der Sultane, der 
Prinzen und anderer hochstehender Personen eingewebt. Ein 
dem "tiraz" verwandtes Gewebe, das nach Urtheil der Sachken- 
ner durch Moslims entweder in Aegypten oder im maurischen 
Spanien im XIII. Jahrhunderte sein Entstehen fand, zeigt die 
Tafel VI. 
Das Gewebe ist ein hellrother Damast; das Hauptmotiv stellt 
eine birnförmige Verzierung dar, wie sie mit verschiedenen Modifi- 
1) Proverbes et dictions populaires aux XIII. et XIV. 
Crapelet, page 93. 
1) Eistoire des Sultans mamlouks de PEgypte, tome II, 
siäcles, publiäs p. A. 
page 103, not. 123.
        

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