Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der liturgischen Gewänder des Mittelalters oder Entstehung und Entwicklung der kirchlichen Ornate und Paramente in Rücksicht auf Stoff, Gewebe, Farbe, Zeichnung, Schnitt und rituelle Bedeutung nachgewiesen und durch zahlreiche Abbildungen erläutert
Person:
Bock, Franz Müller, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-932
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1969
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Abts von Fontenelle, 1- 835, spricht schon um diese Zeit von 
kostbaren spanischen Decken „stragulum Hispanicum unum,  
de fundaturn et stauraein." 1) 
Auch ein byzantiniseher Schriftsteller des XII. Jahrhunderts 
bestimmt bereits näher die Beschaffenheit der Stoffe, die in Spa- 
nien bei den Säulen des Herkules um jene Zeit angefertigt und 
auf Handelsweven nach dem alten Maeedonien und Tessalonien 
b  
gebracht worden seien. 1)  
Ein englischer Schriftsteller des XIII. Jahrhunderts berichtet 
uns über den Reichthum der spanischen Stoffe bei Gelegenheit der 
Heirath Philipp's, Grafen von Flandern, mit. Beatrix, Tochter des 
Königs von Portugal, Folgendes: 
„Der König (von Portugal) liess darauf die von Flandern 
„hergesandten Schiffe beladen mit den Schätzen Spaniens, mit Ge- 
„wändern von Goldstoffen und mit Goldstiekereien, mit kostbaren 
„Steinen, mit Stoffen von Seide etc." 3) 
Wenn man auch den bekannten grossrednerischen Berichten 
arabischer Schriftsteller über den Flor der Seidenindustrie in 
den Städten Sevilla, Granada, Almeria nach dem X. Jahrhunderte 
nicht zu viel Gewicht beilegen darf, so scheint doch nach den 
glaubwürdigen Angaben des berühmten Geographen Edrisi mit 
ziemlicher Sicherheit festzustehen, dass im Beginn des XIII. 
Jahrhunderts allein in dem Bezirke von Jaen 3000 Dorfschaften 
sich mit der Seidenzucht beschäftigten. 4). 
Besonders soll der maurische König Aben-Ahlahmar, der ge- 
en 1248 re ierte, die Cultur und Fabrication der Seide bedeu- 
g g     
tend gefördert haben, so dass um diese Zeit die Seidenzeuge von 
Granada sogar den syrischen Stoffen vorgezogen wurden. 5) 
Vor allen andern maurisehen Städten, die vom X. Jahrhun- 
derte ab mit der Fabrication von Seidenzeugen Ü) sich beschäf- 
F-l) Acta Sanctorum ord. S. Benedicti saec. IV. pars prima, pag. 634. 
Q) Trimario, sive de passionibus ejus, dialogus etc. ed. C. B. Hase. 
3) Ymagines historiarum aut. Rudolfo de Diceto sub anno 1184 (Hist. Angl. 
script. X, tom. I, eo]. 623, iin. 35).  
4) Geographie d'Edrisi, traduite de Parabe en franeais..... p. Amedee Jaubert 
etc. tome II, page 50. 
5) Historia de 1a dominacion de los Arabes en Espanna etc. Madrid. imprenta 
que fue de Garcia 1820-1821, in 4., tom. III, p. 37, 38. 
Ü) Wer sich über die Ausdehnung der Seidenmanufaetur unter maurischer 
Herrschaft in Spanien näher unterrichten will, den verweisen wir auf ein Werk: 
Plntroduction des procedes relatifs ä. la fabrication des etotfes de soie dans 
1a Peninsule hispaniqtie sous 1a domination des Arabes etc. Paris, Maulde 
et E9110", 1838, in 8., und besonders: Recherches sur le commeree, la fa- 
brißaliißn et l'usage des etoffes de soie etc. p. Francisque Michel, tome I, 
pages 284-299.
        

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