Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der liturgischen Gewänder des Mittelalters oder Entstehung und Entwicklung der kirchlichen Ornate und Paramente in Rücksicht auf Stoff, Gewebe, Farbe, Zeichnung, Schnitt und rituelle Bedeutung nachgewiesen und durch zahlreiche Abbildungen erläutert
Person:
Bock, Franz Müller, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-932
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1923
derts erfreute, einen lateinischen Schriftsteller jener Zeit ein letztes 
Wort sprechen lasen.  
Hugo Falcandus äussert sich in der Vorrede zur Geschichte 
Siciliens, wo er eine Beschreibung der Stadt Palermo entwirft, 
wie folgt: 
„Und gewiss nicht darf ich mit Stillschweigen übergehen jene 
„mit dem Palaste verbundene berühmte Werkstätte, wo die Seide 
„gesponnen wird in verschiedenfarbigen Fäden und wo man diese 
„als Gewebe zusammen verbindet, auf mannichfache Art. In Wirk- 
„lichkeit, man sieht hier, wie Stoffe aus einem, zwei oder drei 
„Fäden angefertigt werden, die weniger Auslagen und Geschicklich- 
„keit erfordern, nicht weniger auch Zeuge von sechs Faden 
„(heximita), deren dichteres Gewebe mehr Seidenstoff erfordert. 
„Hier fällt in die Augen das wdiarhodoni", mit feuerrothem Glanze; 
„hier wird der Blick durch die grünliche Farbe des mdiapistusm 
„angenehm angeregt; hier iindet man einen Stoff, mexarentasmasm, 
„der mit verschiedenen kreisförmigen Zeichnungen versehen, eben- 
„sowohl eine grössere manuelle Fertigkeit bei der Anfertigung, als 
,.auch in Folge davon einen höhern Preis erfordert. Auch noch 
„eine Menge Ornamente mancherlei Art und von verschiedenen 
„Farben findet man dort, in welchen Gold mit Seide verwebt ist 
"und wo die schöne Abwechselung der Zeichnungen durch den 
„Schimmer von kostbaren Steinen überstrahlt wird. Zuweilen 
„fasst man Perlen ganz in Goldrändern ein, zuweilen bohrt 
"man sie auch an und befestigt sie mit einem durchgezogenen Fa- 
„den, indem man sie auf eine zierliche Art zu ordnen weiss, dass 
„sie eine Zeichnung bilden." 1) 
Die in diesen Prachtstoffen, zur Zeit Rogefs I. und seiner 
nächsten Nachfolger, enthaltenen Dessins weichen in ihren charak- 
teristischen Zeichnungen wenig von den Zeichnungen der vorher- 
gehenden Periode ab, d. h. die aus dem Peloponnes und Achaja 
als Gefangene nach Palermo fortgeführten griechischen Seiden- 
wirker brachten nach Italien für ihre Gewebe jene Zeichnungen 
mit, die sie auch in ihrer Heimath anzuwenden pfiegten; es spielt 
in diesen Zeichnungen noch immer durch das im vorigen Abschnitte 
weitläufiger beschriebene "bestiarium" mit seinen vielen meist sym- 
bolischen Thiergestalten, eingefasst von grössern und kleinern sich 
fortsetzenden Kreisen, Polygonen, oder man wandte, Wie das auch 
 
Hugo Falcandi, historia. Sie. praef. (biblioth. histor. regni SiCil- Op. et 
B- CßYuSii 10m- I, pag. 407) und in den rerum ital. Script. tom. VII, 
256, B, ferner Antiquit. Ital. med. aev. tom. II, col. 405, C. 
stud. 
col.
        

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