Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der liturgischen Gewänder des Mittelalters oder Entstehung und Entwicklung der kirchlichen Ornate und Paramente in Rücksicht auf Stoff, Gewebe, Farbe, Zeichnung, Schnitt und rituelle Bedeutung nachgewiesen und durch zahlreiche Abbildungen erläutert
Person:
Bock, Franz Müller, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-932
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1864
verdankten, war Alexandrien 1) bis in's späte Mittelalter hinein ein 
vielbesuehter Stapelplatz. Auch tyriseher Purpur und tyrische 
Seidenstoffe waren vor und nach Anastasius Zeiten sehr berühmt. 2) 
Auch Damascus in Syrien und Antiochien 3) lieferten vor und 
nach dem X. Jahrhunderte kostbare und viel esuchte Gewebe. 
Diese Stoffe nannte man auch mit dem genereläen Namen "syri- 
sche Tücher".4) Um sich von der Menge der syrischen Zeuge, bei 
der Plünderung von Antiochien durch die Kreuzfahrer im Jahre 
1098, einen Begriff zu machen, führen wir nur an, dass nach der 
Aussage des Zeitgenossen Mathicu Paris 5), „naeh Vertheilung der 
kostbaren Kleider, der Gefässe, der Gewebe, der Seidenstoffe, Je- 
der, Welcher früher Hunger litt und im Heere der Kreuzfahrer 
bettelte, sich jetzt auf einmal mit Reichthümern überschüttet fand." 
Vor allen andern Städten des Orients lagerten insbesondere 
zu Jerusalem Ö), bis zu den Zeiten der lateinischen Könige, eine 
grosse Menge der kostbarsten Seidengewebe, die aus Persien, 
Arabien, Syrien und Phönicien als Kaufmannsgut an diesem Sam- 
melplatze der Völker des Abend- und Morgenlandes aufgespeichert 
Wurden. Beständig zogen Carawanen, mit reichen Schätzen bela- 
den, nach Jerusalem, welche nicht selten den Kreuzfahrern als 
gute Beute in die Hände fielen. So erzählt uns unter Anderm 
Brornton, 7) dass unter Richard I. eine ägyptische Carawane, be- 
laden mit Stoffen von Seide, mit verschiedenen Arten von Pur- 
purgeweben, von Siglaton- und Matelas-Seide, sehr fein bestickt 
mit Pfauen und andern Thieren etc., nach Jerusalem gezogen sei. 
Als wichti ster und besuchtester Stapelplatz für einfache und 
reiche Seidgngewebe, für Goldstoffc und kostbare Stickereien galt 
1) Bei Durchlesung der Lebensbeschreibung vom Papste Paschalis bei Anasta- 
sius und den folgenden Päpsten kehrt immer wieder die Bezeichnung zurück: 
Alexandrinische Stoffe, Vorhänge, Kleider (vela, eortina, panna Alexandrina). 
i) Vestes de Tyrio, periclysis de tyrio bei Anastasius an unzählig vielen Stellen. 
3) Item capa ejnsdenl de quodam panno Antiocheno, cujus campus niger cum 
ereminis de auro filo contextis. (The hist. of St. Paul's Cath. append. N0. 
XXVIII, pag. 318, col. 2).  
4) Rouge or et blanc argent et paile de Syrie. La chanson düintiochie 011.111, 
coupl. XII, tome I, page 162. 
5) Gesta. Dei per Francos p. 712, lin. 3. 
6) Vex-gl. über den Handel der Lateiner mit Jerusalem: „Memoire, dans lequel 
on examine quel fut Petat du commerce des Franeais dans le Levunhn. 
avant les croisades" etc. par M. de Guines. 
7) Portabant autem  pallia. oloscrica purpuram, sielades, ostrum   culcitras 
de serico acuvariatas operose, papiliones et tentoria preciosissima Ohren. Joh. 
Bromton apud Bog. Twysden Hist. Anglic. scriptor. X, IOIII- I, C01. 1245, 
lig. 52.
        

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