Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der liturgischen Gewänder des Mittelalters oder Entstehung und Entwicklung der kirchlichen Ornate und Paramente in Rücksicht auf Stoff, Gewebe, Farbe, Zeichnung, Schnitt und rituelle Bedeutung nachgewiesen und durch zahlreiche Abbildungen erläutert
Person:
Bock, Franz Müller, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-932
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-6814
445 
In einem spätern Abschnitte dieses Werkes werden wir die orna- 
mentale Ausstattung Weiter beschreiben, die seit dem IX. Jahr- 
hundert dieses eben beschriebene alt-liturgische Gewand, die Albe, 
erhielt. 
Was eben über das hohe Alterthum der Albe gesagt worden 
ist, das muss auch über den Ursprung und das Herkommen des 
leinenen Gürtels (zona, ciugulum) bemerkt werden.  Die Form 
der frühchristlichen acingula" gibt der oft citirte Kirchenlehrer 
Isidor der Jüngere lib. XIX. Originum cap. 33 an. Hinsichtlich 
der Benennung dieses Gürtels findet sich bei Honorius eine Stelle, 
WO er auf die hebräische und griechische Benennung dieses Ge- 
wandes hinweiset. Dieselbe lautet: „et hinc cingulo cingitur 
quod in lege balteus, apud Graecos zona diciturt") In Rücksicht 
auf den frühkirchlichen Gebrauch und das Material des Gürtels 
genüge für unsern vorliegenden Zweck hier die Angabe, dass in der 
frühchristlichen Zeit die Albe, ihrer formellen Gestaltung nach, 
wie das auch heute noch der Fall ist, ohne Gürtel nicht getragen 
werden konnte, indem die grosse Länge derselben eine Aufschür- 
zung bedingte, um dieses weisse Untergewand für die Grösse 
des Tragenden passend und geeignet zu machen. Als unterge- 
ordnetes Gebrauchsstück war zweifelsohne der Gürtel in der 
frühchristlichen Zeit aus Leinen- oder Byssusstofi angefertigt und 
hatte auch nur eine massige Breite, im Unterschiede von dem 
reich verzierten "balteus", wie er als eigentliches Ornatstück von 
den Priestern des alten Bundes getragen wurde. Eine "weitere 
ornamentale Ausstattung erhielt das priesterliche und bischöfliche 
Cingulum erst nach der Zeitepoche der Carolinger, und soll 
von dieser weitern Entwickelung und Verzierung des kirch- 
liehen Gürtels in einem spätern Abschnitte ausführlicher gehandelt 
werden. 
Es erübrigt noch, dass wir an dieser Stelle noch einige 
Worte hinzufügen über den frühchristlichen Ursprung und Ge- 
brauch des Schultertuches, "amictus", "superhumerale". Dieses 
einfache Untergewand zur Umhüllung und Bedeckung des Halses 
wird gleichmässig von sämmtlichen ältern liturgischen Schrift- 
stellern zugleich mit der Albe und dem Gürtel besprochen, da 
dasselbe als Untergewand, von Leinen und Byssus, in der Regel 
Ueber den profanen Gebrauch des Gürtels im vorchristlichen Alterthume 
ist Ausführlicheres zu ersehen bei du Saussay (lib. III. pnnoplia sacerdo- 
talis) und bei Ferrarius, lib. I. de re vestiaria. 
Honorius Augustod. lib. I. de antiquo miss. rizu, cap. 203.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.