Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der liturgischen Gewänder des Mittelalters oder Entstehung und Entwicklung der kirchlichen Ornate und Paramente in Rücksicht auf Stoff, Gewebe, Farbe, Zeichnung, Schnitt und rituelle Bedeutung nachgewiesen und durch zahlreiche Abbildungen erläutert
Person:
Bock, Franz Müller, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-932
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-6793
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mentlich in Winterszeit, zwei Tuniken zu tragen, nannte man das 
eine dieser Untergewänder, das zu unterst angelegt wurde, „in- 
terulat" oder "snbucula". Dieses faltenreiche Untergewand, das 
im Alterthnme, wie die meisten römischen Gewänder, aus weisser 
Natnrwolle und erst später aus Leinenstoff bestand, wurde in 
der Regel mit einem Gürtel (zona) aufgeschürzt und um die 
Lenden befestigt. In weiss leinenen Untergewändern, die der 
Grieche "Zltcöreg" nannte, und welche ebenfalls mit einem Gürtel 
aufgeschürzt wurden, warteten auch in der römischen Kaiserzeit 
die Diener bei grossen Gastgelagen auf, um freier und behender 
zu sein.  Solche Aufwärter, mit aufgeschürzten weissen Unter- 
gewändern bekleidet, hiessen „ministri albati". Ein solches weiss 
leinenes Untergewand, das vermittels einer nzona", von ähnlichem 
Stoffe angefertigt, anfgegürtet wurde, soll schon als „subucula", 
„camisia" in dem apostolischen Zeitalter von den Priestern der 
Kirche als bedeckendes Untergewand unter der früher besproche- 
nen Stola getragen worden sein. So finden sich bei ältern 
Autoren, die über die Liturgie der Kirche geschrieben haben, 
glaubwürdige Angaben, dass bereits der h. Apostel Jacobus, 
der erste Vorsteher der Kirche von Jerusalem, sich ausschliesslich 
weisser Gewänder bei der Feier des geheimnissvollen Opfers be- 
dient habe. Seine Nachfolger auf dem Stuhle von Jerusalem waren 
deswegen, nach dem Vorgange des Gründers der Kirche zu 
Jerusalem, ebenfalls mit einfachen langen Gewändern von Weissem 
Leinenstoff in der Folge bekleidet, wohingegen die übrigen Prie- 
ster derselben Kirche in reichern seidenen Gewändern und Or- 
naten beim Gottesdienste erschienen. Ein solches Gewand aus 
"sindon", dass die altern Synodal-Acten "poderis" oder „tunica 
talaris" nennen, 2) entsprechend der heutigen Albe, sandte der 
Erzbischof der heiligen Stadt, Theodosius, dem h. Ignatius, Pa- 
triarchen von Constantinopel, zugleiÄh rnitl rlIcm Eingulum und an- 
dern Pontificaloewändern, die der poste aco us bei Feier der 
h. Geheimnissebgetragen habe. Auch der grosse Kirchenschrift- 
steller Hieronymus legt in seinem Dialog gegen die Pelagianer 
dafür Zeugniss ab, dass die Bischöfe, Priester und niedern Kle- 
riker der damaligen Zeit mit weissen Gewändern bei der Feier 
der h. Geheimnisse bekleidet waren. 3) Auch das IV. Karthagi- 
Seneca de brevitate vitae. Suet. de Caligula. 
Act. I. in VIII. synodo generali. 
Derselbe sag: daselbsl: wörtlich: Unde adiungis gloriam vestium et orna- 
mentoruin Deo esse contraream, si episcopus, presbyter et diaconus et reli-
        

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