Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der liturgischen Gewänder des Mittelalters oder Entstehung und Entwicklung der kirchlichen Ornate und Paramente in Rücksicht auf Stoff, Gewebe, Farbe, Zeichnung, Schnitt und rituelle Bedeutung nachgewiesen und durch zahlreiche Abbildungen erläutert
Person:
Bock, Franz Müller, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-932
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-6712
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stimmt in seiner Einfachheit und seinem weiten Umfange vollkom- 
men mit jenen glockenförmigen Messgewändern überein, wie sie 
vom VIIL-XII. Jahrhundert kirchlich in Gebrauch waren und 
wovon sich ausser einzelnen authentischen Originalen auch auf altern 
Miniaturbildern und Wandmalereien der besagten Epoche noch 
zahlreiche Abbildungen erhalten haben. Vorliegende allgemeinere 
Andeutungen über Ursprung, Form und nähere Beschaffenheit 
der frühchristlichen Messgewänder, die der Grieche "(pülllälljgu 
oder "rpazlöung", der Lateiner aber, dem Vorhergesagten zufolge, 
„paenula" oder "planeta" nannte, mögen hier als Nachweis über den 
Ursprung der gottesdienstlichen Gewänder in den ersten christlichen 
Jahrhunderten genügen. Das Fehlende soll ergänzt werden in der 
folgenden IV. Lieferung dieses Werkes, das ausführlicher die Form, 
den Schnitt und die stoffliche Beschaffenheit der verschiedenen 
bischöflichen Pontificalgewänder behandeln wird, wie sich diesel- 
ben seit der carolingischen Kunstepoche bis in die Spätzeit des 
Mittelalters gestaltet haben. 
Die 
Stole 
(orarium) in frühehristlicher Zeit, desgleichen 
Manipel (mappula, sudarium, fanon). 
die 
Als Beweisgrund, dass, wie im vorhergehenden Abschnitte 
angedeutet wurde, die liturgischen Gewänder im apostolischen 
Zeitalter, ihrer äussern Form und Beschaffenheit nach, den edelern 
Profangewändern der damaligen Zeit entlehnt wurden, verdient 
hier nachträglich noch hervorgehoben zu werden, dass bei den 
gottesdienstlichen Gewändern der frühchristlichen Zeit die Be- 
nennungen derselben vollkommen identisch geblieben sind mit den 
Namen, die zur selben Zeit die analog gestalteten Profangewänder 
führte. Gleichwie die ßpaenula", wie im Vorhergehenden gezeigt 
wurde, in den ersten christlichen Jahrhunderten zum gottesdienst- 
liehen Gebrauche erhoben und der Name derselben unverändert 
beibehalten wurde, indem ja auch der Schnitt des Gewandes 
durch seine Erhebung zu gottesdienstlichen Zwecken nicht verän- 
dert worden war, so wurde auch ein anderes Ehrengewand, die 
"Stola" der römischen Matronen als gottesdienstlicher Ornat bei der 
Feier der h. Geheimnisse der Christen in Gebrauch genommen, 
ohne dass man sich veranlasst sah, den Namen desselben zu ändern, 
indem seine bisher gebräuchliche Form unverändert beibehalten 
wurde. Dass die Stole in dem klassisch-römischen Zeitalter vor. 
zugsweise ein auszeichnendes Matronengewand war, welches aber 
Liturgische Gewänder. ä 29
        

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