Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der liturgischen Gewänder des Mittelalters oder Entstehung und Entwicklung der kirchlichen Ornate und Paramente in Rücksicht auf Stoff, Gewebe, Farbe, Zeichnung, Schnitt und rituelle Bedeutung nachgewiesen und durch zahlreiche Abbildungen erläutert
Person:
Bock, Franz Müller, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-932
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-6573
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steifen 1) allmälig in Aufnahme kam, und zu den römischen Se- 
natorengewändern feine Byssusstofle und zarte Gewebe von theuerer 
Wolle von Milet, Samos oder aus Apulien verbraucht Wurden, so 
lässt sich auch mit Grund annehmen, dass im apostolischen Zeit- 
alter die kirchlichen Kleider grösstentheils aus diesen edelern 
Stoffen angefertigt worden sind. Die feinen Wollenstoffe, die in 
der Kaiserzeit meistentheils weiss oder auch in Purpur, wdibapha", 
zur Anfertigung der verschiedenen Gewandstücke im Gebrauche 
waren, pflegte man, namentlich an den Säiumen, mit goldenen Fäden 
zu durchwirken oder mit figürlichen oder ornamentalen Darstel- 
lungen durch phrygisehe Künste zu heben und zu beleben. 2) 
Dass die kirchlichen Gewänder selbst in dem Jahrhunderte der 
Verfolgung, weil Sie M18 den edelsten Stoffen genommen zu 
Werden pflegten, Wohl mit goldgewirkten Säumen verziert ge- 
wesen Sein Irwßhten: dürfte wohl nicht bezweifelt werden. In- 
dessen {inden sich bei den ältesten Kirchenschriftstellern keine 
Andeutungen vor, von welcher Gestaltung diese „opera acu- 
pictilia" ihrer Zeichnung und Technik nach beschaffen gewesen 
sein mögen. 3)  
Es würde zu weit führen, wenn wir in der vorliegenden Abhand- 
lung unsere oben ausgesprochenen Ansichten weiter erhärten woll- 
ten durchAnführung verschiedener Stellen bei altern Autoren, wel- 
che sich fast bei den meisten Schriftstellern beleuchtet und angeführt 
ünden, die mit Beantwortung vorliegender Frage sich befasst 
haben. Wir verweisen deswegen auf die gelehrten Quellenschriften 
des Cardinals Bona, „rerum liturgicarum, libri duo", auf die be- 
treffenden Stellen bei Ferrarius, Baronius u. A., die ihnen gefolgt 
sind, und fügen noch hinzu, dass Professor Hefele in einer ge- 
diegenen Abhandlung die nöthigen Citate über den angeregten 
Punkt jüngst zusammengestellt und erörtert hat. 4) Fasst man das 
alles, was von altern und neuern Schriftstellern hinsichtlich der 
ßekanntnch wurde er deswegen spottweise mit dem Namen "sericatus" 
bezeichnet. 
Vgl. hierüber das Nähere in dena treiTlichen Werke von Prof. Weiss: 
"Costümkunde, Handbuch der Geschichte der Tracht etc. etcf, von Seite 
946-48. 
Vgl. ungere nähern Angaben über das mit fxguraleu Bilüwerken reich ge- 
stickte christliche Senatorengewand im II. Bande vorliegenden Werkes, Seite 
132 u. die Folge. 
Wir standen eben im Begriffe, Vorliegendes als INI-anuscript dem Drucke 
zu übergeben, als uns in der Monatsschriit „Kirchensehmuck, ein Archiv 
für weibliche Handel-beim", XII. Heft, Deeember 1858, eine interessante 
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