Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der liturgischen Gewänder des Mittelalters oder Entstehung und Entwicklung der kirchlichen Ornate und Paramente in Rücksicht auf Stoff, Gewebe, Farbe, Zeichnung, Schnitt und rituelle Bedeutung nachgewiesen und durch zahlreiche Abbildungen erläutert
Person:
Bock, Franz Müller, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-932
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-6498
CAPITEL 
im klassi- 
den früh- 
Zwecken. 
   
scheu Zeitalter in ihrem Zusammenhange mit 
christlichen lißwiilllleru zu gottesdieustlicheln 
In der vorhergehenden Abhandlung haben wir eingehender 
die Form und Beschaffenheit der gottesdienstliehen Gewänder des 
Mosaismus nachzuweisen versucht und darauf hingedeutet, in wie- 
fern die Gewänder des Hohenpriesters und der Opferpriester im 
alten Bunde massgebend und bestimmend für Form und Beschaf- 
fenheit jener gottesüenstlichen Ornate gewesen sein dürften, 
welche die Diener der Kirche bei der Feier der heiligen Geheim- 
nisse im Laufe der Jahrhunderte anzulegen gehalten waren. 
Damit wollen wir jedoch nicht behaupten, dass bereits in den 
ersten Jahrhunderten des Christenthums die Kirche ihre liturgischen 
Gewänder der priesterlichen und hohenpriesterlichen Kleidung des 
alten Bundes völlig nachgebildet und gleiehgestaltet habe. Eine 
solche durchgeführte Nachbildung war in jenen Zeiten, wo die 
Christen von Juden und Heiden Verfolgung jeder Art zu erleiden 
hatten, nicht wohl möglich. Sie setzte theils eine Entwickelung des 
Kunstsinnes und Kunstgeschiekes voraus, die in den mehrfach aus 
Armen und Geringen zusammengesetzten Christengemeinden noch 
nicht hatte stattfinden können; theils forderte sie eine Ruhe, Behag- 
lichkeit und Wohlhabenheit, die eben so wenig im Allgemeinen 
unsern Vätern im Glauben vergönnt war. Als die Christen ihren 
Gottesdienst. bald in Kammern und auf Süllern, bald in unterirdi- 
schen Grüßen und Klüften feierten, da lasst sich leicht denken, 
dass sie, mit dem Nothwendigen an heiligen Gewandungen wie 
Geräthschaften sich begnügend, Anfangs auf alle Zuthat von 
Schmuck und Zierde Verzicht leisten mussten. Hatten doch die 
Apostel das Beispiel des gijrtlichen Meisters vor Augen, der beim 
lgtztgnixbgyldlnahle die h. Opferfeier des neuen und ewigen Bundes 
ohne Zweifel in demselben Gewande hielt, (las 91' eben Zur FHSS- 
Waschung seiner Jünger abgelegt hatte, und worin er am andern 
Tage als Opferlamm zum blutigen Kreuzestotle ausgeführt werden 
3011m Dadurch war die Kleidung des Lehrers in Israel zugleich 
die (1.15 Llullenpriesters der Welt. geworden. Da nun die Apostel, 
893,40," sie qls Lehrer auftraten, im WVesentlichen die nämliche
        

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