Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der liturgischen Gewänder des Mittelalters oder Entstehung und Entwicklung der kirchlichen Ornate und Paramente in Rücksicht auf Stoff, Gewebe, Farbe, Zeichnung, Schnitt und rituelle Bedeutung nachgewiesen und durch zahlreiche Abbildungen erläutert
Person:
Bock, Franz Müller, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-932
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-6478
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Durch die unten angeführte Stelle des Exodus wird also mit Be- 
stinimtheit ausgesprochen, dass der Herr die Anfertiger dieser 
Gewänder für das Priesterthum mit besonderer Geschicklichkeit 
und Knnstfertigkeit ausgerüstet und begabt habe. Die kostbaren 
Grundstoffe an WVolle, Byssus und Leinen, die zur Bereitung der 
Vorhänge und Gewänder des ersten Tempels erforderlich waren, 
fertigten, einer andern Stelle der h. Schrift zufolge, die Frauen 
und Jungfrauen Israels freiwillig an. So spannen dieselben für 
die erforderlichen Tempelgewändcr die ebengedaehten Materialien 
zu zarten Faden und brachten sie den betreffenden Künstlern 
dar, wie das der folgende Vers des Exodus deutlich anzeigt: 
„Sed et mulieres doctae, quae neverant, dederunt hyacinthum, 
purpuram, et vermiculum, aß byssum, et pilos caprarum, sponte 
propria cuncta tribuentes." 
Bei dem ersten Tempel wurden diese freiwillig dargebrachten 
Materialien, das kostbare Gespinnst der Frauen Israels, unter der 
geschickten Leitung der beiden Künstler Beseleel und Oholiab 1) nach 
der Vorschrift des Gesetzes zu den Tempelgewändern verarbeitet. 
Diese eben gedachten, vom Herrn selbst berufenen Künstler, sind 
mithin als die Leiter zu betrachten, nach deren speciellen Angaben 
und unter deren Beaufsichtigung die früher beschriebenen priester- 
lichen und hohenpriesterlichen Gewänder für den Dienst des Aller- 
höchsten im ersten Tempel angefertigt wurden. Anders verhalt es 
Sichjedoeh mit der künstlerischen Anfertigung jener nvestes sacrae", 
deren sich die Priester und Hohenpi-iester Jehovais in jener Zeit- 
epoche bedienten, nachdem der zweite Tempel zu Jerusalem gebaut 
werden war. Ein brauchbares Werk, das. kürzhch die Presse ver- 
lassen hat, 2) weist hin auf den Unterschied der gottesdienstlichen 
Gei-äthe und Gebrauchsgegenstände, die im zweiten Tempel ge- 
genüber den Einrichtungen des ersten Tempels bestanden. Der 
unten gedachte Verfasser führt nämhch im I. Bande seines Werkes 
Seite 134 an, dass im Ganzen fiinf Gegenstände im zweiten Tem- 
pel ermangelten, die im ersten sich vorgefunden hatten. Er rech- 
net dazu die Bundeslade mit den Cherubinen, das h. Feuer auf 
dem Altare, ferner die Scheclnna (Gottesanwesenheit), der h. Geist 
der Weissagung und endlich die Urim und Thummim (göttliche 
Entscheidung über grosse Fragen). Derselbe Gelehrte führt ferner 
auf Seite 149 weiter aus, dass in dem zweiten Tempel auch nicht 
mehr vorhanden gewesen sei das Salböl, und dass also 1m zweiten 
Exodus, XXXI. 2-41. 
Dr. Jost, Geschichte des 
J udenthums. 
3 
Bände; 
1857-59.
        

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