Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der liturgischen Gewänder des Mittelalters oder Entstehung und Entwicklung der kirchlichen Ornate und Paramente in Rücksicht auf Stoff, Gewebe, Farbe, Zeichnung, Schnitt und rituelle Bedeutung nachgewiesen und durch zahlreiche Abbildungen erläutert
Person:
Bock, Franz Müller, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-932
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-6276
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des neuen Bundes, der kommende Weltheiland und Erlöser be- 
kleidet sein würde. S0 sollte auch insbesondere jene auszeich- 
nende Krone des Hohenpriesters nicht nur Sinnbild der Würde 
und Heiligkeit des verheissenen Pontifex Maximus des neuen 
Bundes sein, sondern auch zugleich ein Symbol der Verdienste 
jenes Opfers, das Er selbst am Kreuze zur Sühne des Menschen- 
geschlechtes verrichten würde. Durch die goldene Stirnbinde des 
Ilohenpriestels sollten also die Heiligkeit und die Verdienste des 
kommenden Erlösers im Typus angedeutet werden, durch welche die 
unreinen Thieropfer der alten Gesetzesordnung gesühnt und gerei- 
nigt und in den Augen Gottes angenehm gemacht werden sollten. 
Gleichwie zunächst nach dem obenbeschriebenen "rationale iudi- 
cii" die „tiara" mit der dazu gehörenden "corona" das hervor- 
ragendste und reichste Ürnatstück des Hohenpriesters im alten 
Bunde war, und zugleich auch jenes auszeichnende Gewand, wo- 
durch die VerdienSte und die Heiligkeit des kommenden Erlösers 
symbolisch angedeutet werden sollten; so ist auch heute noch in 
der Kirche die Tiare jener strahlende Pontilical-Ornat , wo- 
durch der Vorrang und die Würde des Papstes als Stellvertreter 
Christi bethätigt und angezeigt wird. Die fibrigen Bischöfe der 
Kirche tragen ebenfalls als spontificestt eine Miter, in deren äusserer 
Form und stofflicher Beschaffenheit sich nicht unschwer heute 
noch eine grosse Verwandtschaft und Aehnlichkeit mit der "tiara" 
des Hohenpriesters des alten Testamentes auffinden lässt. Jedoch 
fehlt bei der Miter des Bischofs, um die Analogie derselben mit 
der Tiara des alt-testamentlichen Ilohenpriestcrs in unmittelbaren 
Vergleich zu setzen, die eben beschriebene „lamina". Diese gol- 
dene Krone jedoch, womit der Pontifex Maximus der Synagoge 
als Vorbild des kommenden Erlösers geschmückt war, fehlt 
heute nicht bei der päpstlichen Tiare, mit welcher an den kirch- 
lichen Hauptfesten der Nachfolger und sichtbare Stellvertreter 
Christi, der römische Papst, feierlich bekleidet ist. Auch selbst die 
Form der päpstlichen Kopfbedeckung, namentlich wie dieselbe im 
Mittelalter gestaltet war, bietet viele verwandtschaftliche Beziehungen 
zu der Tiere des Hohenpriesters im alten Testamente. Wie wir 
des in einer folgenden Lieferung dieses "Werkes ausführlicher 
nachweisen und durch authentische Abbildungen erhärten werden, 
war die päpstliche Miter bis in die Spätzeit des Mittelalters bloss 
mit einer 301-9113, die als „circulus aureus" den untern Rand des 
päpetliehen Heuptschmuckes umgab, ausgestattet. Alte Abbildungen 
der Päpste, mit der Tiare gekrönt, die Slilll heute sowohl in 
Wand- als hIirxiatur-Malereien, desgleichen auch an gröesem
        

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