Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der liturgischen Gewänder des Mittelalters oder Entstehung und Entwicklung der kirchlichen Ornate und Paramente in Rücksicht auf Stoff, Gewebe, Farbe, Zeichnung, Schnitt und rituelle Bedeutung nachgewiesen und durch zahlreiche Abbildungen erläutert
Person:
Bock, Franz Müller, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-932
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-6250
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Befestigungsschnüren der „lamina" in Verbindung gesetzt wor- 
den. Auf diese Weise war die goldene Kronbinde unmittelbar auf 
der blossen Stirne befestigt und ging vermittels einer kleinen 
Oeffnung durch das goldene Stirnband hindurch, das hyacinth- 
blaue Band, das dann über die "tiara" fortgeführt und am Hin- 
terkopfe mit andern Schnüren in Verbindung gesetzt, den Zweck 
hatte, zu verhindern, dass die goldene Binde sich von der Stirn 
herunter über die Augen des Tragenden leicht verschieben konnte. 
Um das Gesagte leichter zu verstehen, geben wir auf Tafel VII, 
Fig- 1, die genaue Abbildung der goldenen Krone mit ihren drei- 
fachen Binden; unter Fig. 2 ist veranschaulicht die Art und 
Weise, wie diese „la1nina" angelegt und befestigt wurde; Fig. 3 
endlich zeigt das Haupt des Hohenpriesters, wie er mit der 
Htiamß und "corona" nach der Ansieht des Jarchius bekleidet 
ist. Hinsichtlich der Anlegung und Befestigung der „c0rona" 
des Ilohepriesters genügen als Erklärung der Fig. 1, 2, 3 auf 
Taf. VII noch folgende Erläuterungen; Fig. 1 veranschaulicht 
von 3-3 die ganze Langenausdehnung des hohenpriesterlichen Dia- 
dems, wie dasselbe in einer Breite von zwei Finger unmittelbar auf 
der Stirn des Pontifex Maximus angebunden wurde. Mitten auf der 
Stirn las man, wie früher schon bemerkt, in hebräischen Schriftzügen 
und zwar erhaben aufliegend, in getriebener Arbeit, die Worte "San- 
rtitas Dei." Zu beiden Seiten der Schläfen waren, wie das unsere 
Zeichnung andeutet, dem Jarchius und andern jüdischen Schrift- 
erklärern zufolge, die Kelch- und Fruchtbildungen (caliculi) der 
Hyoscyanmsptlanze in drei Reihen übereinander geordnet ersieht- 
lich, ebenfalls hervorgebracht durch das „0pus propulsatum". An 
beiden Enden der "lamina" waren, wie das auch Braunius in 
Abbildung veranschaulicht hat, durch eine Oeffnung je eine „vitta 
hyacinthina" durchgeführt. Vgl. bb und cc. Unter d wird auf 
Tmi VII, Fig. 1, jene „vitta hyacinthina" dargestellt, die durch 
eine Qeffnung der „lamina" geführt, die Bestimmung trug, die- 
ses Krondiadcxn immer schwebend zu erhalten, „imminens fronti 
pontificis". Es war das nämlich jene "vitta", die über die "tiara" 
geführt wurde, worauf sich die betreffende Stelle bezieht: „et 
mit Super tiaram", Auf Fig. 2 erblickt man unter d diese „vitta" 
in der Weise, wie sie über der Tiare sich fortsetzt, ferner veran- 
schaulicht b und C auf Fig. 2 die "vittae", wie sie auf beiden Seiten 
der „lamina" befindlich, die Bestimmung tragen, die Kronbinde 
am Hinterkopfe in einer Schleife zu binden und zu befestigen. 
Fig. 3 stellt weiter dar, den Erklärungen des Jarchius zufolge, 
das Haupt des Ilohenpriesters, wie er auf die vorhin beschriebene 
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