Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der liturgischen Gewänder des Mittelalters oder Entstehung und Entwicklung der kirchlichen Ornate und Paramente in Rücksicht auf Stoff, Gewebe, Farbe, Zeichnung, Schnitt und rituelle Bedeutung nachgewiesen und durch zahlreiche Abbildungen erläutert
Person:
Bock, Franz Müller, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-932
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-6064
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sei. Der h. Hieronymus, in dem oft gedachten Briefe an die lilabiola, 
nennt es "palliolum", weil es mit dem vorher beschriebenen hohe- 
priesterlichen Pallium in Bezug auf Form Aehnlichkeit gehabt habe, 
jedoch kürzer gewesen sei. Auch vergleicht der obengedachte grossc 
Kirchenlehrer dasselhe mit der römischen ncaracalla", einem kleinen 
Sehultcrgewande, das, wie es scheint, von dem römischen Kaiser 
gleichen Namens zuerst getragen und eingeführt wurde. Ein jüdi- 
scher ccmpetente Erklarer, Maimonides, dessen Angaben wir vielfach 
gefolgt sind, gibt an, dass die Breite des Ephods nur von der 
Breite der Brust und des Rückens eines Mannes gewesen sei I) 
und dass es von der Schulter bis zu den Füssen heruntergercieht 
habe. Offenbar irrt darin unser Gewährsmann, wie das auch 
Andere ihm nachgewiesen haben, indem bei einer solchen Länge 
des Ephods bis zu den Fussknöeheln die schöne Cyanfarbe des 
Palliums mit seinen Jintinnabula" und "maleola" durchaus nicht 
gesehen worden wäre. Richtiger beschreibt die Dimension des 
Ephod Kimichius bei Gelegenheit, wo er das gleichartige Ge- 
wandstück bespricht, welches der König David trug. E1" ver- 
gleicht dasselbe mit dem Ephod Aaronis und gibt hierüber Fol- 
gendes an: das Ephod Aaron's habe aus zwei Theilen bestanden, 
Wovon der eine die Brust, der andere den Rücken bedeckt und bis 
zu den Lenden herunter gereicht habe. Auch die beiden Cingulum, 
womit das Ephod gegürtet und angebunden wurde, habe aus 
einem Stücke und einem-Stoffe mit dem Ephod bestanden. Mit 
dieser Angabe stimmt auch der Bericht des Abarbanel zusammen, 
wo er die Form und Ausdehnung des Ephod beschreibt. In 
Folge des eben Gesagten dürfte also das hohepriesterliehe Schul- 
tergewand, übereinstimmend mit den Abbildungen, die wir auf 
Taf. I. und Taf. III veranschaulicht haben, aus drei Wesentlichen 
Haupttheilen zusammengesetzt gewesen sein. Es bestand nämlich 
das Ephod aus den zwei Stolfstücken (plagae), die, wie oben be- 
merkt, die Brust und den Rücken des Hohenpriesters bis zur 
Schulter bedeckten, ferner aus den beiden Humeral-Stücken in 
Form von Agraßen, die auf den Schultern die beiden "plagae" zu- 
sammenfügten und endlich aus den beiden Cingulum, die an der 
vordern "plaga" aus dem gewebten Steile hervorgingen. Der 
schalfsinnige Braunius ist hinsichtlich der „plagae" der Ansicht, 
 Maimonides, Kele Hammikdasch Cap. VIIL; eine sehr brauchbare lateini- 
sche Uebexjsetzung der Abhandlung des Maimonides "de apparam Templi, 
iustmmentis et miuistris cjus" arschien unter dem Titel: "R. Mosis Mai- 
monidis opuscula selecta a Ludov. Compiegnc de Veil." Trajecti Batav. ap. 
Guil. Meester. 1713.
        

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