Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der liturgischen Gewänder des Mittelalters oder Entstehung und Entwicklung der kirchlichen Ornate und Paramente in Rücksicht auf Stoff, Gewebe, Farbe, Zeichnung, Schnitt und rituelle Bedeutung nachgewiesen und durch zahlreiche Abbildungen erläutert
Person:
Bock, Franz Müller, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-932
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-6003
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cinthina" formell beschaffen war. Es läge also auch in Bezug 
auf die äusscre Form eine nähere Beziehung der „tunica, hya- 
cinthina" zu der Tunicelle des Subdiakons und Bischofs, wie sie 
namentlich im Mittelalter in (ler Kirche in Gebrauch war, ziem- 
lich anschaulich vor. 
Das 
Schultergewand, 
"superhumerale, 
amiculum" 
(ephOCL) 
Tafel 
und 
Taf. 
Das reich gestickte hohepriesterliche Gewand des Ephod 
führt bei altern Erklärern der h. Schriften des alten Bundes 
verschiedene Namen. Den hebräischen Namen „ephod" gibt die 
Scptuagintzi in dem Ausdruck ßcpomirla" wieder, unter welcher 
Bezeichnung auch dieses Gcwandstück bei hllavius Joscphus und 
Philo Judaeus vorkommt. Die Vulgata benennt, es "superhume- 
rale", wodurch ähnlich wie durch die Bezeichnung des Tremellius 
,.an1iculurn" ein kleineres (lewandstücl: näher angedeutet wird, 
das vorzüglich zur Bedeckung der Schulter und des Oberkörpers 
getragen wurde. Gleiehwie alle hohepriesterlichen Gewänder, auf 
Geheiss des Herrn von Moses vorgeschrieben, und im Exodus näher 
bezeichnet werden, so hat doch keines der vier ilbrigen hohe- 
priesterlichen Gewandstflcke in dem gedachten Buche eine solche 
ausführliche und in's Einzelne gehende Beschreibung erfahren, als 
das bei dem Sehultergcxrvand der Fall ist, womit der Pontifex 
Maximus nach Anlegung der hyacinthfarbigcn Tunik (pallium) 
sich bekleidete. Das Capitel 28 genannten Buches von Vers 6 
bis 15 handelt ausschliesslich von der Beschaffenheit, Form und 
der Verzierung dieses hervorragenden Schultergewztndes. Die 
erste allgemeinere Vorschrift von V. 6 beginnt also: „Und Sie 
sollen anfertigen ein Schultergewand von Gold, Hyacinthfarbe 
und Purpur und von zweimal gefärbtem Scharlach und von 
doppelt gezwirntem Byssus, eine reich gewirkte Arbeit." In 
dieser Vorschrift Moses ist nicht die Form und der Schnitt des 
Schultergewandes vorgeschrieben, sondern es sind deutlich darin 
gekennzeichnet das stoifliche Material und die Farben, die zur An- 
fertigung dieses reichen Pontificalkleides genommen werden mussten. 
In der folgenden Beschreibung des Ephods als Schultergewandes 
wollen wir zunächst dieses Material im Auge halten, das nach der 
eben angeführten Stelle zur Anfertigung desselben genommen wer- 
den musste. Wir sagen deswegen zuerst, dass dieses reiche Ober- 
gewand seinem Stoffe nach bestand aus einer nmateria, mixm",
        

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