Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der liturgischen Gewänder des Mittelalters oder Entstehung und Entwicklung der kirchlichen Ornate und Paramente in Rücksicht auf Stoff, Gewebe, Farbe, Zeichnung, Schnitt und rituelle Bedeutung nachgewiesen und durch zahlreiche Abbildungen erläutert
Person:
Bock, Franz Müller, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-932
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-5858
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Band so befestigt, dass sie nicht leicht vom Haupte herunterfallen 
kann. Dieselbe besteht aus Byssusstoff und ist durch ein kleines 
Leintuch (linteolum) so geschickt verhüllt, dass keine Spur von 
Nadelarbeit daran zum Vorschein tritt. i)" Zu dieser ausführlichen 
Beschreibung des grossen und gelehrten Bibelübersetzers ist noch 
die Anmerkung hinzuzufügen, dass dieselbe nicht so sehr auf die 
Form des "pileus" der gewöhnlichen Opferpriester passt, sondern 
ausschliesslich auf jene Kopfbedeckung des Hohepriesters, die vor- 
zugsweise den Namen "mitznephet" führt, im Gegensatz zu der 
"migbaoth" der Opferpriester. 
Nachdem wir im Vorhergehenden das Allgemeinere über Form, 
Farbe, Beschaffenheit vorzüglich der einfachen priesterlichen Bünde 
angeführt haben, sei es gestattet, hier noch Einiges über die Aus- 
dehnung dieser Priesterbinde hinzuzufügen, wobei sich auch er- 
geben dürfte die Art und Weise, wie dieser Ornat ähnlich einem 
Turban um den Kopf gewunden und auf demselben befestigt 
werden konnte. Der Länge nach hatte die priesterliche Binde 
mit dem Gürtel die meiste Verwandtschaft. Es hatte nämlich, 
wie wir früher gesehen haben, der Gürtel die Ausdehnung von 
32 Ellen; die Länge der Bandstreifen (fascia), wodurch die Miter 
formirt wurde, hatte, nach der einstimmigen Aussage jüdischer 
Gelehrten, die nicht unbedeutende Ausdehnung von 16 Ellen 
(ulna). Unser Gewäihrsmann Braunius stellt hinsichtlich der An- 
legung und Befestigung dieser Bandstreifen eine Ansicht auf, der 
auch wir nach Vergleichung mehrerer älterer Schriftsteller voll- 
ständig beistimmen möchten, wodurch die Schwierigkeiten, die 
sich bei der Erklärung obiger, von Josephus und Hieronymus 
gegebenen Beschreibung herausstellen, ziemlich gelöst werden 
könnten. Da nach der Angabe des h. Hieronymus um die 
Schlafe das 16 Ellen lange Gewebe, dessen Breite jedoch nicht 
näher angegeben wird, vermittels kleinerer Bandstreifen angelegt 
und zusammengezogen zu werden pflegte, so dürfte an dem einen 
Ende, der Kopfbinde ähnlich, wie wir das zur Befestigung und 
Zusammenziehung des obern Randes der "brachae" näher nachzu- 
weisen haben, ebenfalls durch kleinere, einen Kreis forinirentle 
Oeffnungon in diesem Byssusstoff ein schmaler Bandst reifen, „vitta 
l-Cdimiculaßß, (vgl. dazu unsere Abbildung auf Tafel I und II) 
(lurchgefflhrt werden sein. Vermittels dieser Schnur konnte 
der untere Theil der priesterlichen Kopfbinde um die Schlafe 
gelegt und angezogen werden. Nachdem durch eine solche Vor- 
Hieron. 
episc. 
Fabiolam.
        

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