Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der liturgischen Gewänder des Mittelalters oder Entstehung und Entwicklung der kirchlichen Ornate und Paramente in Rücksicht auf Stoff, Gewebe, Farbe, Zeichnung, Schnitt und rituelle Bedeutung nachgewiesen und durch zahlreiche Abbildungen erläutert
Person:
Bock, Franz Müller, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-932
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-5747
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beschaffen, nur mit dem Unterschiede, dass der Leibrock im A. 
T. mehr auf die Grösse und Ausdehnung des Körpers berechnet 
war und enger denselben umschloss. Auch der Stoff, woraus die 
Tunik ehemals und die Albe heute angefertigt wurde, ist vielfach 
als ein verwandter zu betrachten, indem ehemals wie auch heute 
dieses priesterliehe Üntergewand aus reinem Leinen angefertigt wer- 
den mnsste. Wenngleich auch der Grundstoff, woraus nach der 
Vorschrift des Exodus der Talar der alt-testamentarischen Opfer- 
priester angefertigt wurde, von kostbarem Byssus, d. h. dem fein- 
sten Pelusinischen Leinen war, und mit dieser Feinheit des Materials 
der heutige zu den priesterlichen Alben benutzte Leinenstoff nicht 
immer einen strengen Vergleich aushalten dürfte, so kamen doch im 
Mittelalter die Alben, besonders aber die Pontifical-Alben der 
Bischöfe, was Feinheit und Kostbarkeit des Materials betraf, 
den feinen Byssusgewvändern im Alterthume bedeutend näher 
und übertrafen dieselben an Feinheit des Stoffes und der 
kunstreiehen Ausstattung um Vieles. Es wurden nämlich die 
reichern bischöflichen Alben häufig aus weisser Seide ange- 
fertigt und pflegten die Säume derselben meistens mit kost- 
baren Goldstickereien verziert zu Werden. Auch in Bezug 
auf die symbolische Bedeutung finden sich verwandtschaftliche 
Analogieen sowohl hinsichtlich der Tunik im A. T. und der 
Albe im N. T. Beide priesterliche Gewänder zeichneten sich, 
wie bereits oben bemerkt, durch ihre blendend weisse Farbe 
aus, hergenommen nicht von der WVolle eines unreinen Thie- 
res, sondern aus den feinsten Fasern einer Pflanze (linum) und 
versinnbilden, altern Symbolikcrn zufolge, die äusserc Unschuld 
und Makellosigkeit, womit der Priester geziert sein soll, wenn 
er mit reinen Händen das Versöhnungsopfer dem Allerhöchsten 
dar-zubringen im Begriffe steht. 
Der 
Gürtel, 
"balteus 
zonaf", 
Tafel 
Fig 
Nach Anlegung des Leibroeks umgürtete sich der jüdische 
Opferpriester nach der Vorseluiift des Herrn 1) mit einer Leih- 
binde. Hinsichtlich der materiellen und künstlerischen Beschaf- 
fenheit dieses "lmlteus" muss angegeben werden, dass, ohne 
Lib. 
Exnd. 
xxvm, 
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XXIX, 
und 
XXXIX,
        

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