Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der liturgischen Gewänder des Mittelalters oder Entstehung und Entwicklung der kirchlichen Ornate und Paramente in Rücksicht auf Stoff, Gewebe, Farbe, Zeichnung, Schnitt und rituelle Bedeutung nachgewiesen und durch zahlreiche Abbildungen erläutert
Person:
Bock, Franz Müller, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-932
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-5631
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sehen Untersuchungen über die verschiedenen einsehlagcnden 
Stellen des Cap. XXVIII und XXXIX des Exod. und des Cap. 
VIII des Levitieus, desgleichen mehrerer andern Stellen der 
heiligen Schriften einen erwünschten Anhaltspunkt zu bieten, son- 
dern es wird bei dieser Auseinandersetzung auch unser beson- 
deres Augenmerk vornehmlich darauf gerichtet sein, die Gewänder 
des alten Testamentes, wie das auch namhafte Liturgiker des 
Mittelalters weiter auszuführen nicht unterlassen haben, als die 
Prototypen in Parallele zu setzen mit jenen altehrwürdigen tra- 
ditionellen Gewändern, die von der Kirche zu den gottesdienst- 
liehen Verrichtungen im Laufe der Jahrhunderte gesetzlich in 
Gebrauch genommen werden sind. Bei dieser Schilderung der Cult- 
gewänder, wie sie nach den alten Satzungen ausdrücklich vor- 
geschrieben waren, liegt auch noch die andere Absicht nahe, der 
bildenden Kunst der Heutzeit in Bild und Schrift jene Anhalts- 
punkte an die Hand zu geben, vermüge derselben namentlich 
Maler und Bildhauer in den Stand gesetzt werden dürften, bei 
der so häufig vorkommenden Darstellung der Priester des alten 
Bundes nicht mehr jene Verstösse, Anachronismen und Willkür- 
liehkeiten sich zu Schulden kommen zu lassen, wie dieselben in 
den letzten Jahrhunderten oft bei grossen Meistern vorgefunden 
werden.  
DIE 
GEWZENDER 
DES 
OPFERPRIESTER S. 
Im Vorhergehenden haben wir angedeutet, dass nach dem 
Gesetze Moses jeder Opferpriester im Dienste Jehovzfs vier ver- 
schiedene Gewänder anzulegen gehalten war. Als solche nennen 
wir: die Beinkleider, nfeminaliaß; den Leibroek, ntunica"; den 
Gürtel, "balteus" und die Kopfbedeckung, vpileus". Bei Auf- 
zählung dieser vier priesterlichen Ornatstüeke muss es auffallend 
erscheinen, dass für die Füsse keine Bekleidung gesetzlich ange- 
ordnet was Es trugen nämlich die Priester des alten Bundes, 
wie das jüdische Gelehrte ausdrücklich hervorzuheben nicht un- 
tcrlassen, keine Schuhe beim Dienste im Tempel, und geschah 
das aus dem Grunde, Weil Moses und Jesus, als sich Gott ihnen 
oiieubarte, dem Ersten bekanntlich im brennenden Dornbusehc, 
dem Andern im Gesichte eines Kriegers, vorher durch die Stimme 
Gottes gemahnt wurden: „Lcge ab die Schuhe von deinen Füssen, 
denn der Ort, wo du stehest, ist heilig".
        

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