Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der liturgischen Gewänder des Mittelalters oder Entstehung und Entwicklung der kirchlichen Ornate und Paramente in Rücksicht auf Stoff, Gewebe, Farbe, Zeichnung, Schnitt und rituelle Bedeutung nachgewiesen und durch zahlreiche Abbildungen erläutert
Person:
Bock, Franz Müller, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-932
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-5617
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Götter auch meistens ein unreiner, und artete derselbe dergestalt aus, 
dass die Opferpriester des Baal, des Luperkus und anderer Götzen 
unbekleidet einem verabseheuungswürdigen Cult oblagen. Auch die 
(hiferpi-iester der Araber, 1) so wie die der Correisehiten und 
sogar der alten heidnischen Britannen pflegten ihren Götzen 
nackt und unbekleidet die Huldigungen darzubringenß) Gleich- 
wie die heidnische Kunst die Götterbilder nackt darzustellen 
pflegte, so scheinen auch die Opferpriester der meisten barbari- 
schen Völker dem Dienst ihrer Götter theilweise in derselben 
körperlichen Beschaffenheit obgelcgen zu haben. Der Götter-Cult 
der Aegyptcr, Griechen un(l Rölner, die eine höhere Stufe gei- 
stigerGesittung erstiegcn hatten, zeichnete sich von dem Götzen- 
dienste der ebengedachten Völker auch dadurch aus, dass sowohl 
die Opferpriester als auch das Volk zum Theil mit festlich ge- 
schmückten Kleidern ihre Opfer verriehteten. 
Um die Erkenntniss des einen wahren Gottes unter dem 
Menschengesehleehte aufrecht zu erhalten, erkor der Herr sich ein 
eigenes Volk, das "Volk der Auserwählung". Diesem Stamme, 
dem er durch bestimmte Gesetze eine hierarchisch-sociale Ein- 
richtung gab, verordnete Er auch eine Stiftshütte, ein Priester- 
thum und mit ihm ein bestimmtes Opfer. Auch waren nicht nur 
durch die Vorschriften J ehova's die verschiedenen Caeremonien und 
die Art und Weise der Opferhandlung näher bestimmt, sondern 
es war auch im Gesetze angegeben, welcherlei Gefasse und Ge- 
räthschaften sich die Opferpriester zu bedienen hatten, _ja selbst 
die Zahl und Beschaffenheit der einzelnen Gewänder, womit die 
Opferpriester und der Hohepriester im Dienste des Höchsten 
feierlich bekleidet sein musste, waren ausdrücklich im Gesetze 
vorgeschrieben. 
Dem Buche Exodus zufolge sagt Gott zu Moses: „Du sollst 
deinem Bruder Aaron heilige Kleider machen in Herrlichkeit 
und in Ehren". 3) Im weitern Verlaufe des eben gedachten Buches 
wird dann auch in's Einzelne gehend vorgezeichnet, welche 
Form die verschiedenen Kleidungsstücke der Priestcrsehaft haben 
und aus welchen Stoffen sie angefertigt werden sollten. Diesen 
Vorschriften zufolge zerfallen nach der ausführlichen Angabe des 
Maimonidesi) die priesterlichen Gewänder des Mosaischen Opfer- 
Hotting in histor. Orient. lib. I, cap. VII. 
Plinius lib. XXII, cap. I. 
EXmI. XXVIII. 2. 
Mnimnn. IIilc-Il. Kclc Ilammikdnsnh. cap. X.
        

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