Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der liturgischen Gewänder des Mittelalters oder Entstehung und Entwicklung der kirchlichen Ornate und Paramente in Rücksicht auf Stoff, Gewebe, Farbe, Zeichnung, Schnitt und rituelle Bedeutung nachgewiesen und durch zahlreiche Abbildungen erläutert
Person:
Bock, Franz Müller, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-932
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-5609
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sind zunächst die Gewänder der OPfGTPPiGStCT und des Hohen- 
priesters im alten Testamente zu betrachten. Gleichwie der alte 
Bund, in dem der Herr durch die Stimme der Propheten zu den 
Vätern gesprochen hat, als jenes Fundament zu bezeichnen ist, auf 
welchem der neue Bund grundgelegt ist, in dem Gott durch 
den Mund seines eingeborenen Sohnes in der Fülle der Zeiten 
zu dem Menschengeschlechte geredet hat: so sind auch merkwür- 
diger Weise die Gewänder und Ornatstücke der Priester des alten 
Bundes als Grundlage zu betrachten, auf welcher thcilweisc der 
Zahl, der Form und stofflichen Beschaffenheit nach die gottes- 
dienstlichen Gewänder des neuen Bundes sich in den ersten 
Jahrhunderten des Christenthums entwickelt und gestaltet haben. 
Bevor wir also in den folgenden Lieferungen dieses Werkes auf 
die Gestalt und Form der liturgischen Gewänder des neuen Bun- 
des nüher eingehen, (lürfte es wohl berechtigt erscheinen, dass 
wir in der vorliegenden Abhandlung eingehender uns beschäfti- 
gen mit der Zahl, der Form und stofflichen Beschaffenheit der 
priesterlichen Gewänder des alten Bundes, wie dieselben, auf Ge- 
heiss des Herrn, Aaron und seine Nachfolger im Priesterthum 
anzulegen gehalten waren. 
In den folgenden Angaben, die zunächst über die Entstehung 
und die Vorbedingungen der liturgischen Gewänder des Christen- 
thums in jener Zeit sich verbreiten, wo die Stiftshütte noch dic- 
jenigen um sich versammelte, die im Geiste dem versprochenen 
Erlöser entgegen harreten, kann es unmöglich unsere Absicht 
sein, eine eingehende Detailbeschreibung der Mosaischen Cult- 
gcwänder in einer WVeise ausführlich zu liefern, wie das Fla" 
vius Josephus, Maimonides und in den letzten Jahrhunderten 
Fachmänner, wie Joh. Braunius und_Joh. Lundius und Andere, 
die ihnen gefolgt sind, mit allem Anfwande von Gelehrsamkeit 
und mit einer fast mehr als deutschen Gründlichkeit gethan haben. 
Unsere Absicht geht im vorliegenden bloss dahin, den priester- 
lichen Ornat des alten Bundes in der Weise einer Wissenschaft- 
lichen Erörterung unter Beigabe der nöthigen Zeichnungen zu unter- 
werfen, insofern daraus parallele Folgerungen für die Entstehung, 
Form und künstlerische Ausbildung der priesterlichen Gewitmler 
des Christcnthtuns gezogen werden können. 
YVie das altere Schriftsteller an manchen Stellen berichten,  
war bei vielen Völkern des Alterthums der Dienst der unreinen 
1) Strahn Iih. XV. 
cap. IX, tom. X. 
Lzmtnnf. 
lib. 
Vgl. 
auch 
P roph. 
IInseas
        

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