Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der liturgischen Gewänder des Mittelalters oder Entstehung und Entwicklung der kirchlichen Ornate und Paramente in Rücksicht auf Stoff, Gewebe, Farbe, Zeichnung, Schnitt und rituelle Bedeutung nachgewiesen und durch zahlreiche Abbildungen erläutert
Person:
Bock, Franz Müller, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-932
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1671
den Löwen", "die Casel mit dem Elephanten", 1) „das Adler-Ge- 
wand", „das Pfauen-Gewandtt?) So heisst es auch in der Historia 
monast. L. Florent. Salmur:  den höchsten Festen trug der 
Abt Adlergewänder, ein anderer der Prioren solche mit Löwen" 
(...elephantinis vestibus.... leoninis  Am häufig- 
sten figuriren in der „vita pontificum" des Anastasius wohl die Ge- 
wandstoffe mit Darstellungen von Löwen in Gold brochirt. 1') 
Das öftere Vorkommen von Bildwerken, die den König der Thiere 
in verschiedenen Situationen darstellen, scheint für einen mehrfa- 
chen symbolischen Charakter desselben Zeugniss ablegen zu wol- 
len. 5) Ob aber die majestätische, kräftig stylisirte Darstellung des 
Löwen, wie wir dieselbe sehr oft in den Gewandsehränken alter 
Kathedralen gesehen haben, und wie sie auch in den mehrfach er- 
wähnten vela oder pallia leonina bei Anastasius vorkommt, immer 
auf den königlichen Löwen vom Stamme Juda, den Heiland, zu 
deuten ist, wollen wir denen zur Discussion anheimgeben, die die 
Thiersymbolik des Mittelalters in den Kreis näherer Forschung 
gezogen habenß) Uns will indessen für den Augenblick scheinen, 
dass, wenngleich auch der Löwe in der Sculptur eine nicht unbe- 
deutende symbolische Rolle spielt, er doch in llVebereien unserer 
Periode einen mehr untergeordneten, rein ornamentalischen Cha- 
rakter behält, indem er, wie Schnaase sehr richtig bemerkt, 7) 
in Gewändern gestickt oder gewebt, den Trägern derselben den 
Charakter der Würde, des Reichthums und der Macht verleiht. 
Gibt man der letzten Annahme hier Raum, so erscheinen Löwen, 
in grossen Dimensionen in Stoffen befindlich, gleichsam Wächter 
ill- 
   fecit vestes    duas de lyrio    cum historia de elephantis. E1:    
fecit vestem de fundato (ein schwerer SeidenstoE) cum historia. de elephantis 
etc. Anast. Bibl. N0. 18. Leo III. A. C. 795. 
Et    fecit vela quamor, quorum duo    tertium est pavonatile. Anast. B. 
etc. Pavonatile vergl. Gloss. med. et inf. Lat. tom. V. pag. 152, col. 3. 
Apud Marten. et Durand. veter. script. et monum. amplect. collect. tom. V. 
col. 1106 D. 
Fecit    vela simulque alia de fundato, quinque habentia. leones. Anast. 
Bibl. N0. 103. Ibid. id.: Fecit vestem holosericam unam de stauraei ha- 
bentem historiam leones majores. N0. 107. Ibidem id.: Et per singulos 
arcus presbyterii vela. serica leonata nonaginta. No. 112. Steph. VI. A. 
C. 885 und an vielen andern Stellen. 
Vergl. hierüber: Heider, über Thiersymbolik und das Symbol des Löwen, 
WVien 1849, und: Dr. Schnaase, Geschichte der bildenden Kunst im Mittel. 
alter, Düsseldorf 1850, 11. 13a. 1. Anm, S- 366- 
Vergl. hierüber das Einschlagende, was Krauser in seinem treülichen Werke: 
"der christliche Kirehenbau", Bonn 1851, B. II. S. 179 und die Folge, 
weiter mitgetheilt hat. 
VergL: Schnaase, Geschichte etc., II. Bd. 1. AbthL, S. 366.
        

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