Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der liturgischen Gewänder des Mittelalters oder Entstehung und Entwicklung der kirchlichen Ornate und Paramente in Rücksicht auf Stoff, Gewebe, Farbe, Zeichnung, Schnitt und rituelle Bedeutung nachgewiesen und durch zahlreiche Abbildungen erläutert
Person:
Bock, Franz Müller, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-932
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1653
Darstellungen von Menschen und Thieren, 1) bandförmig sich über- 
einander fortsetzend, das Hauptmotiv (Taf. II, III u. IV); zuweilen 
sind auch solche historische Darstellungen von Kreisen umgeben. 
In den in Griechenland und Byzanz um diese Zeit angefertigten 
Stoffen kommen häufig als Qrnamente regehnassig zurückkehrende 
kleinere Kreise nach gleichen Zwischenräumen vor, in denen sich 
meistens in Gold brochirte griechische Kreuzchen befinden. Auch 
an der berühmten Dalmatiea B. Caroli Magni, auf deren Beschrei- 
bung wir später zurückkommen werden, sind auf blauem Grunde eine 
Menge, von kleinern Ringen umgebene, Kreuze gestickt. Wir stimmen 
nicht der Ansicht jener bei, die immer und überall bei allen vorkom- 
menden Bildungen der Alten, mögen sie nun der animalischen oder 
vegetabilischen Schöpfung angehören, einen symbolischen Hinterhalt 
wittern. Viele dieser originellen harmlosen Thierfratzen, wie sie 
den Sculpturen an unsern altern Kirchenbauten einen eigenthümli- 
ehen Reiz von Lebensfülle und Frische gewähren, sind wohl oft 
Kinder der schuldlosen Laune der Meister, immer aber sprechende 
Zeugen von der Elasticitat ihrer Phantasie und der bewunderungs- 
würdigen Gewandtheit ihres eompositorischen Talents. Anhalts- 
puncte und Leitfaden allerdings für den Kleinkünstler des Abend- 
landes im Fache der Sculptur, der Miniaturmalerei, der Elfenbein- 
schnitzkunst, der Stickerei und Weberei boten seit dem frühesten 
lllittelalter bis zu den ersten Decennien des XIII. Jahrhunderts 
meist byzantinische und arabische Vorbilder, wie sie der Ideen- 
reichthum einer orientalischen Phantasie hinzuschaifen verstand. 
Die geistige Verwandtschaft der Productionen der abendländischen 
Ornamentalisten mit denen der kunstgeübtern, phantasievollern Mei- 
ster des Morgenlandes wird zur vollen Evidenz erhoben, wenn 
man die Dessins der noch erhaltenen indischen, persischen, arabi- 
schen und griechischen Webereien, der Email-, Miniatur- und El- 
fenbein-Arbeiten mit den einschlagenden Leistungen des Oeciden- 
tes zur selbigen Zeit vergleicht. Da nun der Orientale meist sei- 
nen Kunstiieiss für den Handel entwickelte, der schon frühe durch 
Griechen, Venetianer und auch durch Kreuzfahrer mit dem Occi- 
dente vermittelt wurde, und er bei der Wahl seiner Darstellungen 
nicht darauf Rücksicht nahm, 0b das christliche Abendland seine 
L 
Vela tria Alexandria      habeutia homines et caballos (so. Iecit); und 
weiter: Item velum modicum de olovero, habens in medio hominem cum 
caballo (ital. caballo: Pferd). Anast. Biblioth. N0. 103. Greg. IV. A. 
C. 827.        fecitque vestem cum rotis hominum leonumque effigie- 
bus. Ibidem Anast. Biblioth. vita Rom. Pontif. etc.
        

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