Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der liturgischen Gewänder des Mittelalters oder Entstehung und Entwicklung der kirchlichen Ornate und Paramente in Rücksicht auf Stoff, Gewebe, Farbe, Zeichnung, Schnitt und rituelle Bedeutung nachgewiesen und durch zahlreiche Abbildungen erläutert
Person:
Bock, Franz Müller, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-932
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-5143
Ölö 
beiten dem einträglichen Monopol einzelner, meist ausländischer 
Grossisten und Paramentenhändler eine in mehr als einer Beziehung 
erwünschte Concurrenz herbeigeführt haben. Auf diese WVeise wer- 
den jährlich nicht nur grüssere Summen dem Inlande erhalten, 
die vor Kurzem noch für unsolide und meistens unkirchliche 
Effectstickereien vielfach in Lyoner Taschen auswanderten, son- 
dern es wird dadurch auch jenen weiblichen Orden, die der Er- 
ziehung und Ausbildung verlassener Waisenkinder obliegen, eine 
schöne Gelegenheit geboten, diesen Kindern einen Kunst- und 
Erwerbszweig an die Hand zu geben, der in vielen Fällen für 
ihr späteres Fortkommen von Belang sein kann, abgesehen da- 
von, dass durch Heranbildung solcher jungen Talente, die sonst 
vielleicht unbenutzt verloren gegangen wären, ein besserer Ge- 
schmack in der kirchlichen Stickkunst und eine solidere künst- 
lerische Technik auch allmälig wieder weitern Kreisen zugäng- 
lich gemacht wird. 
Aber auch in der Laienwelt, bei den Frauen und Jungfrauen 
am Rhein und vornehmlich bei den Damen Köln's aus den hühern 
Klassen der Gesellschaft hat sich in neuester Zeit ein lobenswerthes 
Bestreben geltend gemacht, die kirchliche Stickkunst nach ihrem tiefen 
Verfall für höhere kirchliche Zwecke wieder zu Ehren und Ansehen 
zu bringen. Durch Vereinigung von mehr als siebenzig Frauen 
und Jungfrauen Köln's entstanden in jüngster Zeit unter geschick- 
ter, ausdauernder Leitung jene grossartigen Wandteppiche, in 
Seide und Plattstich mosaikartig gestickt, die nach einer treff- 
lichen Composition des Conservators Ramboux in 24 Tableaux die 
verschiedenen Sätze des nicäischen Glaubensbekenntnisses in liguren- 
reichen allegorischen Scenen zur Anschauung bringen. Diese ge- 
stickten Wandteppiehe, die eine mehr als sechsjährige hingebende Ar- 
beit erforderten, in Verbindung mit den kunstvoll gearbeiteten F uss- 
teppichen als Festtagsschmuck des innern Hochchors des kölner 
Domes, sind, unserer vollen Ueberzeugung nach, als die hervorra- 
gendsten und, so viel uns bekannt ist, als die einzigen, wir möchten 
sagen, Monumental-Stickereien zu betrachten, Wodurch die Stickkunst 
desXIX. Jahrhunderts bis zur Stunde im grössern Umfange sich aus- 
gezeichnet hat. Noch unterlassen wir nicht, hier im Vorbeigehen an- 
zuführen, dass jene edeln Frauen und Jungfrauen Küln's, die sich bei 
Ausführung jener oben belebten grüssern Nadelmalereien vorzüglich 
thätig bewiesen haben, in jüngsten Tagen wieder in Vereine zusam- 
men getreten sind,um nicht nur bei Restauration von ältern kirchlichen 
Kunststickereien die Hand zu bieten, sondern auch um für ärmere 
Kirchen der Erzdiöcese nach Anleitung des Jürchenschmuckes"
        

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