Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der liturgischen Gewänder des Mittelalters oder Entstehung und Entwicklung der kirchlichen Ornate und Paramente in Rücksicht auf Stoff, Gewebe, Farbe, Zeichnung, Schnitt und rituelle Bedeutung nachgewiesen und durch zahlreiche Abbildungen erläutert
Person:
Bock, Franz Müller, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-932
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-5135
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würdig zur Seite stellen. Als ein Meisterwerk der höhern Bild- 
stickerei, ausgeführt in dem Kloster zu Aachen, weisen wir im 
Vorbeigehen auf jene prachtvolle Miter hin, die in neuester Zeit 
von der gedachten Genossenschaft für Se. Eminenz, den Hoch- 
würdigsten Cardinal Erzbischof von Köln nach dem genialen Ent- 
wurfe des Conservators Ramboux mit grösster Präcision in mit- 
telalterlicher Form angefertigt worden ist. Auch für Se. Gna- 
den den Bischof von Münster, so wie in jüngster Zeit für den 
neu eonsecrirten Bischof von Osnabrück sind im Mutterhause zu 
Aachen, strenge nach mittelalterlichen Vorbildern,  Kunststicke- 
reien als Ornamente zu Pontifical-Gewändern angefertigt worden, 
die noch in späterer Zukunft davon Zeugniss ablegen werden, 
dass gegen Mitte des XIX. Jahrhunderts die kirchliche Stick- 
kunst auf deutschem Boden von einer religiösen Genossenschaft, 
nach mehr als zweihundcrtjähriger Erniedrigung Wieder zu Ehren 
und Ansehen erhoben worden ist. Wir werden nächstens in 
der Zeitschrift „Kirchenschmuela" ausführlicher berichten, wel- 
che hervorragenden Nadelarbeitcn und Bildstiokereien in den 
letzten fünf Jahren nicht nur für verschiedene Kirchen Deutsch- 
lands, sondern auch des Auslandes von den Schwestern des Klo- 
sters vom armen Kinde Jesu in Aachen strenge nach treffliehen 
Vorbildern des Mittelalters ausgeführt worden sind. Hier fügen 
wir nur noch anerkennend hinzu, dass das Mutterhaus in Aachen 
auch darauf Bedacht genommen hat, in dem F ilial-Kloster glei- 
chen Namens zu Köln eine ähnliche Musterschule zur Anferti- 
gung kirchlicher Stickereien zu begründen, die nach kaum zwei- 
jährigem Bestehen einen solchen erfreulichen Fortgang und Auf- 
schwung genommen hat, dass die fleissigen Schwestern den vielen 
Anfragen und Aufträgen von nahe und ferne oft kaum Genüge 
leisten können. 
WVie wir im Vorhergehenden andeuteten, ist es als grosser 
Gewinn für die Hebung und Wiederbelebung der kirchlichen 
Stickkunst zu betrachten, dass heute, wie ehemals, wieder weib- 
liche Orden die kunstgerechte und würdevolle Anfertigung kirch- 
licher Ornamente wieder in die Hand genommen haben und 
jetzt, da. ja die Kunst und das Gewerbe von der Fessel der 
Zunft frei geworden ist, mit ihren gediegenen, mustergültigen Ar- 
Auch für den Hochwürdigsten Weihbischof Dr. Baudri ist in dem oben 
gedachten Mutterhause zu Aachen eine "mitra. festalis" eben in Ausfüh- 
rung begriffen, die sowohl hinsichtlich der Composition als auch in Bezug 
der äusserst delicaten technischen Ausführung als ein gelungenes Meister. 
Werk der kirchlichen Stickkunst wird betrachtet werden können.
        

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