Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der liturgischen Gewänder des Mittelalters oder Entstehung und Entwicklung der kirchlichen Ornate und Paramente in Rücksicht auf Stoff, Gewebe, Farbe, Zeichnung, Schnitt und rituelle Bedeutung nachgewiesen und durch zahlreiche Abbildungen erläutert
Person:
Bock, Franz Müller, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-932
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-4952
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Marienkirche zu Danzig, in dem mittelalterlichen Museum des 
kunsthistorischen Vereins zu Dresden (im Hofgarten) und in der 
Schatzkammer des St. Veits-Domes zu Prag. Den jüngsten Be- 
richten des Canonicus Prisac zufolge 1) sollen auch in der Sa- 
eristei des Domes von Krakau mehrere Messgewänder mit solchen 
plastischen Reliefstickereien sich heute noch vorfinden. 
Es erübrigte nun noch am Schlüsse dieser geschichtlichen 
Uebersieht über den Entwiekelungsgang der Stickerei, den sie, als 
bevorzugte Pflegetochter der Kirche, im Mittelalter genommen hat, 
hierorts eine eingehende Besprechung der verschiedenartigen tech- 
nischen Hülfsmittel eintreten zu lassen, wie sie in grosser Ver- 
schiedenheit und Abwechselung das ganze Mittelalter hindurch 
bei Anfertigung von kirchlichen Ornaten angewandt wurden. 
Desgleichen wäre eine ausführliche Beschreibung hier an der 
Stelle, in welcher Weise man in den verschiedenen Zeitläuften 
des Mittelalters Teppichwirkereien und Stickereien in Tuch und 
Leinwand für die Stufen des Altares, so wie für die Knie- und 
Sitzkissen, für Banküberzüge und Pultbekleidungen künstlerisch 
anzufertigen pflegte. Da wir den Raum, der zu dieser Abhand- 
lung uns zugewiesen war, schon bedeutend überschritten haben, 
so müssen wir es uns hier versagen, über die so verschiedenartig 
gestaltete Weisszeugstickerei des Mittelalters das Nähere beizu- 
bringen und wollen wir in einer spätern Lieferung, in welcher vom 
Altarleinen eingehender gehandelt werden soll, das hier Unter- 
bliebene nachzuholen suchen. Ueber die Teppichstickerei in 
Wolle, als Bekleidung für die Altarstufen, mögen hier nur einige 
Andeutungen genügen und verweisen wir diejenigen, die für den 
letztgenannten Altarsehmuek ein näheres Interesse haben, auf 
einige ausführlichere Mittheilungen, die wir über das Capitel der 
Teppichstickerei in WVolle in dem „Organ für christliche Kunst", 
Jahrg. VI, Nr. 14, Seite 157 und die Folge, veröffentlicht haben. 
Hier sei nur noch in Kürze Folgendes hinzugefügt: Die „tapetia-, 
stragnla altaris" waren entweder durch Wirkereien auf dem 
lrVebstuhle erzielt, oder sie waren aus freier Hand meistens 
in vielfarbiger Vvolle gestickt. Waren dieselben durch Nadel- 
arbeiten hervorgebracht, so Wurden sie entweder auf Stramin in 
Kreuzstich ausgeführt, was zwar seltener geschah, oder aber in 
unregelmässigem Plattstich gestickt. Auch sind eine Menge von 
Teppiehstickereien aus dem SClllLlSSG des XV. und dem Beginne 
des XVI. Jahrhunderts uns bekannt geworden, die aus mehrern 
 
Vgl. 
156 
des 
Domblattes 
Kölner 
VOIYI 
Jahre 
1858. 
Liturgische Gewänder.
        

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