Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der liturgischen Gewänder des Mittelalters oder Entstehung und Entwicklung der kirchlichen Ornate und Paramente in Rücksicht auf Stoff, Gewebe, Farbe, Zeichnung, Schnitt und rituelle Bedeutung nachgewiesen und durch zahlreiche Abbildungen erläutert
Person:
Bock, Franz Müller, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-932
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-4690
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Die Wandmalereien des Capitelsaales zu Brauweiler, die 
figürlichen Darstellungen in der ehemaligen Stiftskirche zu Schwarz- 
Rheindorf, nicht weniger die bekannten Wandmalereien in der 
Nebencapelle von St. Gereon zu Köln sind als einleitende Vorbedin- 
gungen sprechende Beweise, dass gegen das XII. und mehr noch 
gegen Beginn des XIII. Jahrhunderts die monumentale Wandmalerei 
in dem alten Köln von tretflichen Meistern, bereits in der roma- 
nischen Kunstepoche, mit grossem Erfolge zur Ausschinückung 
des Innern der Kirche geübt wurde. Wann die Tafelmalerei 
am Rheine es zu einer gewissen Selbstständigkeit gebracht habe, 
lasst sich heute, da die entsprechenden Monumente verloren 
gegangen sind, nicht mit Bestimmtheit nachweisen. Jedenfalls 
scheint aber nach den auf Goldgrund in einfachen schwarzen 
Conturen gemalten Heiligenbildern zu urtheilen, die auf dem 
merkwürdigen Antependium,  der einzigen "palla d'oro" Küln,s- 
sich in der Rathhaus-Capelle befinden, 1) die Tafelmalerei bereits 
gegen Schluss des XIII. Jahrhunderts eine umfangreichere An- 
wendung in den Mauern Kölnis gefunden zu haben. Wie wir 
nun früher gezeigt haben, setzt das Vorkommen der Bild- 
stickerei, die Ausübung und eine gewisse Entwickelung vor- 
aus, die die WVand- und Tafelmalerei bereits durchgemacht 
haben musste, ehe der verwandte Kunstzweig zur Entfaltung und 
Anwendung kommen konnte. Gleichwie nun, den schätzbaren 
Mittheilungen Merlo's zufolge, bereits in den alten Sehreinsbüehern 
Kölnis aus der letzten Hälfte des XIII. Jahrhunderts mehrere 
Namen von bedeutendem Malern aufgeführt werden, die um diese 
Zeit schon in Köln sesshaft und begütert waren; so begegnet 
man, dem eben gedachten Schriftsteller zufolge, auch etwas später 
und zwar in der ersten Hälfte des XIV. Jahrhunderts in densel- 
ben Schreinsbüehern den Namen der ältesten Kunst- und Wap- 
pensticker. Diese sehr geaehtete Zunft der Bild- und Wap- 
penstieker scheint bereits mit dem Aufkommen der Zünfte in 
der Metropole des Rheines sich gebildet zu haben, und findet 
es sich, dass diese Innung seit ihrer Entstehung bei der stre- 
bensverwandten Schwesterverbrüderung, der Malerzunft, adscri- 
birt war. Wie die übrigen Zünfte in der Rheinstadt einen 
besondern Strassentheil einnahmen, wo die Meister, neben einan- 
1) Zu bedauern ist es, dass dieses interessante Kunstwerk an unpassender Stehe 
sich in der heutigen Rathhaus-CaPene befinden während Jefzt dm Lang 
seite des Altartisches in der St. Ursulakirche an Festtagen dleses vofzfig- 
liehen Schmuckes als Antepeudium entbehrt, WQTÜT das Kmmwßrk Pnmmv 
angefertigt worden ist.
        

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