Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der liturgischen Gewänder des Mittelalters oder Entstehung und Entwicklung der kirchlichen Ornate und Paramente in Rücksicht auf Stoff, Gewebe, Farbe, Zeichnung, Schnitt und rituelle Bedeutung nachgewiesen und durch zahlreiche Abbildungen erläutert
Person:
Bock, Franz Müller, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-932
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-4405
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des XIV. Jahrhunderts befand sich ehemals auch eine reich 
gestickte Casel in der Abteikirehe St. Thierry zu Rheirns. 
Dieses Priestergewand war ein Geschenk des Abtes Stephan von 
Maligny, und sah man auf demselben in reicher Stickerei aus- 
geführt einzelne Scenen aus dem Leben der h. Jungfrau. Auf 
derselben Waren in Perlen und in Stickereien „a or battu" 
ausgeführt Darstellungen der heil. Dreieinigkeit und des To- 
deskampfes Christi am Oelberge und die bildlichen Darstellun- 
gen des heil. Michael und des heil. Georg. 1) So liest man auch 
in dem Verzeichnisse der Schätze König Karl's VI. von Frank- 
reich eine lange Reihe von gestickten Kirchen-Ornaten als Tu- 
niken und Dalmatiken von Carmoisin. Die Stäbe derselben 
waren mit Goldfaden bestickt. Darin wird auch angeführt eine 
Chorkappe von Goldstolf mit Bildern, deren Stäbe verziert wa- 
ren mit Bildwerken, die getrieben auliagen. „Auch befand sich 
daselbst ein Chormantel für Prälaten, gestickt in Gold, eine 
byzantinische Arbeit." z) 
Was nun Deutschland und seine vielen bischöflichen Ka- 
thedralen betrifft, so haben sich in vielen derselben, wo die Re- 
volutionen weniger verwüstend in Bezug auf kirchliche Kunst- 
gegenstände aufgetreten sind, noch viele reiche Stickereien aus 
der Epoche des XIV. Jahrhunderts erhalten. Das, was im 
Strome der Zeiten verloren gegangen ist, findet sich noch mit 
ängstlicher Sorgfalt aufgezählt in jenen Schatz-Inventaren des 
XIV. Jahrhunderts, die wir in Dom-Archiven zahlreich aus- 
findig machten und in Abschrift zu nehmen die Vergünsti- 
gung erhielten. S0 besass der vorhin schon erwähnte rei- 
che Schatz von St. Veit in Prag eine Menge von kostbaren 
Ornaten gegen Mitte des XIV. Jahrhunderts, die späterhin 
in den hussitischen Streitigkeiten und in neuerer Zeit bei dem 
Einmarsche der Franzosen spurlos verschwunden sind. Eine 
lange Reihe solcher gestickter Gewänder könnten wir hier 
aufiühren, wenn wir nicht zu ausführlich zu werden befürch- 
teten. Wir beschränken uns nur darauf, hier einige anzu- 
führen. So lesen wir unter der Rubrik: "Kirchen-Ornate": 
„1te1n, casula de examito cum liliis et scutis aureis insutis, 
quam dedit Domina Blanca Marchionissa Moraviae. Item, ca- 
sula de axamito viridi cum piseibus et perlis cum alba, stola et 
humerali, quam dedit Regina Romanorum et Bohemia Domina 
3 
pag. 
dans 
Träsors des äglises de Reims, 
Chapelles du roi Charles VL, 
pag. 221, 226. 
283. 
1a Collect. 
des 
mcill. 
dissert. 
tom. 
XIX.
        

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