Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der liturgischen Gewänder des Mittelalters oder Entstehung und Entwicklung der kirchlichen Ornate und Paramente in Rücksicht auf Stoff, Gewebe, Farbe, Zeichnung, Schnitt und rituelle Bedeutung nachgewiesen und durch zahlreiche Abbildungen erläutert
Person:
Bock, Franz Müller, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-932
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-4074
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was man unter dem _„opus anglieuin" zu verstehen habe, er- 
[ibrigt jetzt noch zur Beantwortung des andern Fragepunktes 
überzugehen: haben sich heute noch Ueberreste erhalten, wo- 
durch englische Stickereien des Mittelalters 1I1 der geruhmten 
Weise anschaulich gemacht werden können. Unseres Dafürhaltens 
nach dürfte das "vestiariuin" iin Deine zu Halberstadt noch einige 
sehr interessante Stickereien als "ouvraige d'Angleterre"lvorzu- 
weisen haben. Als solche englische Stickerei ist uns bei mehr- 
fachem Besuche daselbst immer wieder vor Augen getreten 8111 
kostbar gestickter Altarbchang, "palliotta altaris", d01' 1111 111119111 
mit reich gesticktem Medaillons, Sceneriecn aus dem Leben deS 
Heilandes darstellend, kunstvoll gestickt ist. Namentlich aber 
ist der äussere Rand, „practexta in circuitu", mit einer ausserst 
merkwürdigen Stickerei verziert, in welcher stellenweise wieder- 
kehrend kleinere dünnere aufgenähte Silberbleche, in starker Ver- 
"Olduno. die in getriebener Arbeit mit Scenerieen aus der Bas- 
ö' da, Heilandes oder mit frühgothischem Laubwerke verziert 
Blog 62 dem Saume einer andern ähnlichen daselbst befindlichen 
jülta-rbekE-äidunrr ersieht man gleichfalls ähnliche reichere Sticke- 
reien abwgchsällld mit quadratisegi bgestickdten Bruätläldelrn Sign 
Heiligen, deren Gtewander in vie ar i-gen rinnen c me zper In 
  f Da?0153:?zlrigätiärssääscteiisi aeiniezfsaer; 
 nä en   
gllllssiliixigg Slifferei, die oftenbar englischen llrsprung veffäillf, 
und Worin wir ebenfalls das im lllittelalter beruhinte "opus ang 1- 
cumßs erkennen zu müssen glauben, findet sich heute tFOfZ 
der vielen Verwüstungen und Stürme nocliq ziämlich wohl erllial- 
ten in dem Sehatze des Münsters zu ac en vor," (er un- 
Sichtlich des grossartigen Reichthums Bllfl der IäQfmCIIäIlIlObSGIIIGF 
kostbaren Rcliquiengefasse von der 461i) Karls   i. INS auf 
Karl VW SO wie hinsichtlich seiner vielen _merkwurdigen altern 
gewebten und gesticktem Ornamente von" keiner; der läeutel-ngch 
bestehenden Doinschätze des Occidents ubeitro en wer en cui te. 
Dort bewahrt man mit grosser Sorgfalteine merkwurdie Shor- 
kappe, von der eine llllllaltbilrerlltfßdlliläfl ängöht, des  das 
die Pluviale, womit Leo III. zur 481i? Kai s   r. as l iinster 
in Aachen eingeweiht habe. Wlf werden spater an anderer 
Stelle ausfi-lhrlicher nachweisen, wie sehr dieser Hypothese, die erst 
seit der Zeit der „voyage liturgique" durch die beiden französischen 
Benedictinei- in Umlauf gekommen ist, aller Wahrheitsgrtinde entbeh- 
1'811, und werden wir deswegen unsern Beweis stutzennicht nur auf 
die äusselfe Form und den Schnitt, die Beschaffenheit des Stoffes,
        

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