Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der liturgischen Gewänder des Mittelalters oder Entstehung und Entwicklung der kirchlichen Ornate und Paramente in Rücksicht auf Stoff, Gewebe, Farbe, Zeichnung, Schnitt und rituelle Bedeutung nachgewiesen und durch zahlreiche Abbildungen erläutert
Person:
Bock, Franz Müller, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-932
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-4061
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reich: ..une autre ehape a prelate brodee sur or a image de 
points diAngleterre"; ferner: „une chape a images sur ehamp 
d'or (Pouvraige dÄAngleterre". 1) Auch noch im XV. Jahrhun- 
dert geschieht in dem Verzeichnisse der Schätze Philippls des 
Guten von Burgund Erwähnung dieser ausgezeichneten englischen 
Stickereien. 2) Desgleichen lesen wir auch in dem Testament des 
Bischofs Gasgui vom Jahre 1344 von zwei „tartarisehen Seiden- 
stücken", auf welchen man gestickt sah die Geschichte vom heil. 
Nicolaus, und heisst es dabei ausdrücklich: „de opere angli- 
eanotäs) Wie sehr gesucht gegen Mitte des XIII. Jahrhunderts 
diese englische Stickerei, angewandt zur Verzierung kirchlicher 
Gewänder, selbst von Kirchenfürsten gewesen sein muss, ersieht 
Inan aus einer interessanten Stelle, die uns Math. Paris in sei- 
nem grössern G-eschiehtswerke mitthcilt. Derselbe erzählt über 
die Vortrefiliehkeit englischer liturgischer Stickereien Folgendes: 
"Um dieselbe Zeit (1246) fragte der Papst, nachdem er be- 
merkt hatte, dass die kirchlichen Gewänder einiger englischen 
Geistlichen, unter andern die Chorkappen, die Mitren aus Gold- 
fäden in einer ausgezeichneten WVeise gestickt seien. „,Wo diese 
Arbeiten angefertigt würden 19'" ,In England  gab man ihm 
zur Antwort. Darauf erwiderte der Papst: „,Wahr1ich ist Eng- 
land für uns ein köstlicher Garten, und in WVirklichkeit ein nie 
versiegbarer Brunnen, und da, WO man so Vieles in Menge 
besitzt, kann man auch Mehreres entnehmen!" Darauf sandte 
derselbe Papst versiegelte Anschreiben an fast alle Aebte der 
in England existirenden Cistereienser-Orden, auf dass sie ihm 
ohne Verzug jene Stickereien in Gold kommen liessen, welche 
er allen übrigen vorzog und Womit er seine Messgcwänder und 
Pluviale ausschmüeken liess, als ob ihm diese Erwerbungen 
nichts kosten sollten. Dieses Gesuch des Papstes misstiel durch- 
aus nicht den Kauiieuten Londons, welche mit diesen Sticke- 
reien Handel trieben und sie zu den höchsten Preisen ver- 
kauftenü") Nachdem im Vorhergehenden angedeutet worden ist, 
Invent. de Charles V. Ms. Nr. 8356, folio cvij verso, Nr. 1037, 1038. 
Vgl. die Angaben über das „opus anglicum" auch in dem Werke: Church 
Needlework by M. Lambert. London, John Murray, 184-1. Seite 36 und 
die folg. 
Gloss. med. et inf. Latin. tom. V. pag. 61. col. 2. v. Pannus Cartm-inus. 
Math. Paris, Historia. major etc. pag. 705. lin. 12. Edit. 16-10. Das Nä- 
here über diesen interessanten Punkt findet man in den: Issues of the 
Exchequer. pag. 14, 16, 23, 133, und in: Issue Roll. pag. 17 154, 
285 etc.
        

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