Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der liturgischen Gewänder des Mittelalters oder Entstehung und Entwicklung der kirchlichen Ornate und Paramente in Rücksicht auf Stoff, Gewebe, Farbe, Zeichnung, Schnitt und rituelle Bedeutung nachgewiesen und durch zahlreiche Abbildungen erläutert
Person:
Bock, Franz Müller, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-932
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3639
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Künstler und Theologen in der Lage waren, die Composition 
und tiefsinnige Anordnung der vielen Scenerieen festzustellen, 
oder es kann auch ein hervorragender Künstler, wie früher 
bemerkt, Idee und Composition zu der in Rede stehenden reichen 
Stickerei selbstständig entworfen haben, und mögen dann nach 
einem solchen Entwurfe fromme Klosterjungfrauen oder auch 
kunsterfahrene Laienhävnde im Dienste des Hofes diesen Kaiser- 
Ornat angeordnet und ausgeführt haben. Ob diese Kunstarbeit 
in Deutschland oder in Italien ihren Ursprung gefunden habe, 
lässt sich heute schwer bestimmen. Jedoch kann man wohl mit 
Grund annehmen, dass an einem Orte, wo man sich schon seit 
langer Zeit mit Kunststickereien befasste und wo das geeignete 
Material leichter zu haben war, Kunstwerke in diesem Umfange 
eher Entstehung finden konnten, als in einem Lande, das über- 
haupt der Fabrikation von Seidenstoffen und Goldfaden ferne lag. 
Dass das südliche Italien für Hervorbringung solcher künstlicher 
Stickereien geeigneter und günstiger gelegen war, als andere 
Länder, leuchtet ein. Wenn auch hinsichtlich der Technik und 
des dazu angewandten Materials das eben beschriebene Kaiser- 
gewand vollkommen analog ist mit dem in Bamberg ebenfalls vor- 
findlichen zweiten Kaisermantel, dem die Tradition den Namen 
„pallium St. Henrici" vorzugsweise zuerkannt hat, so ist das 
letztgenannte pallium für die Kunstgeschichte doch viel merk- 
würdiger hinsichtlich der höchst originellen phantasievollen Dar- 
stellungen, womit die Geschicklichkeit eines maurischen Kunst- 
stickers die weiten Flächen dieses Kaisermantels belebt hat, Es 
sei gestattet, für den vorliegenden Zweck bloss anniiherungsweise 
dieses reiehgestickte kaiserliche Pallium zu beschreiben 1) und ge- 
nüge deswegen die Angabe, dass der ganze Mantel, den man 
gleich nach der Schenkung zu einem Messgewande ohne Ein- 
schnitt in Form einer runden Glocke umgestaltet hat, mit den 
bekannten zahlreichen Darstellungen des „0rbis pictus terrarum" 
geschmückt ist. Es war dieses auf königlichen Pallien der früh- 
romanischen Kunstepoche ein Gegenstand, den die Stickkunst 
wohl deswegen mit Vorliebe anzubringen pflegte, weil es den 
Träiger dadurch gleichsam als den unumschränkten Herrscher 
Wir werden in dem Prachtwerke: Die Kle'nod' d 11   
Reiches", die Abbildung dieses megkwürdigen Kläglserfrfantelgomlichdentscylen 
wiedergeben, mit ausführlicher Beschreihunu ab Parallel PO ychromatlsch 
nungsmantel der deutschen Kaiser, der 11mm 100 Jahre d; m; dänll Krö- 
folge jünger ist als das in Red th d , ns-c nt ab 
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