Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der liturgischen Gewänder des Mittelalters oder Entstehung und Entwicklung der kirchlichen Ornate und Paramente in Rücksicht auf Stoff, Gewebe, Farbe, Zeichnung, Schnitt und rituelle Bedeutung nachgewiesen und durch zahlreiche Abbildungen erläutert
Person:
Bock, Franz Müller, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-932
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3376
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auf, wo damals überhaupt Kunst und Wissenschaft einer hohen 
Blüthe sich erfreuten. Hier waren es vorzugsweise hohe fürstliche 
Personen so wie fromme Klosterfrauen und zuweilen auch Be- 
nedictiner-Mönche, die in dieser frühen Zeit die Kunst des freien 
Handstickens zu einer solchen Höhe der Ausbildung förderten, 
dass später englische Stickereien sprüchwörtlich und viel gesucht 
wurden.  So lesen wir in der Lebensbeschreibung der heil. 
Etheldreda, Jungfrau und Königin und erste Abtissin des Klo- 
sters Ely, dass sie dem heil. Cuthbert, der damals noch nicht 
Bischof war, eine kostbare Stola und Manipel zum Geschenk 
machte, die sie selbst mit grösster Kunstfertigkeit gestickt und 
mit Gold und Edelsteinen geschmückt haben soll. 2) Diese eben- 
genannten kostbaren Stickereien sah man noch bis zum XII. 
Jahrhundert in einer Kirche von Durham. Zur Zeit, als der eben- 
gedachte h. Cuthbert durch seine Tugenden die englische Kirche 
verherrlichte, lebte auch am Hofe der Königin Mathilde, der 
spätem Königin von Schottland, eine Kammerfrau, die durch ihre 
kunstreichen Stickereien einen grossen Ruf vor allen andern 
Frauen und Jungfrauen Englands sich erworben hatte und mit 
ähnlichen Kunstarbeiten vielfach sich beschäftigteß) 
Den gelehrten Mittheilungen des Dr. Roch  zufolge bewahrt 
man heute noch zu Durham eine kunstreich gestickte Stola, wel- 
che die Königin Aelfled, "Gemahlin Eduardis des Alten, dem frommen 
Bischofe von Winchester, Frithestan, zum Geschenke gab. Dieselbe 
soll ehemals sehr kunstvoll mit den Bildern der heil. Apostel bestickt 
gewesen sein. Auch die vier Töchter der ebengenannten könig- 
lichen Stickerin scheinen von ihrer Mutter eine Vorliebe für kunst- 
reiche Stickereien ererbt zu haben, und werden wegen ihrer 
grossen Geschicklichkeit und Ausdauer bei Anfertigung kunstvoller 
Webereien und Nadelarbeiten sehr gerühmtß) Ein anderer eng- 
lischer Chronist theilt aus dem Leben des heil. Dunstan mit, 
dass eine fromme Dame, Ethelwürm, einstmals ein Messgewand zu 
Gesta Guilielmi ducis etc., apud Duchesm, Hist. Normann. Script. antiqui, 
p. 211, B. 
Acta. Sanct. ord. S. Bened., saec. II. pag. 748. 
„Foemina.igitur praedicta, operis texturae scientia purpuraria nobilis exstiterat, 
et aurifrixoria artificiosae compositionis peroptima super omnes Angliae 
mulieres tunc temporis principaliter enituerat." Reginaldi mon. Dunelm, 
Libell. de adm. B. Cuthberti virtut. etc., cap. LXXIW pag, 151 
The church of nur fathers, v. II. pag. 269. 
Will. Malmesb., De Gest. reg. AngL, lib. II. cap. V. (Her. Angl. Script 
posc Bed. praecip, ed. MDCI. pag. 47, lin. 10; ed. Th. Duffus Hardvl 
10m. I. pag. 198. ä. 126.) " 
10'
        

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