Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der liturgischen Gewänder des Mittelalters oder Entstehung und Entwicklung der kirchlichen Ornate und Paramente in Rücksicht auf Stoff, Gewebe, Farbe, Zeichnung, Schnitt und rituelle Bedeutung nachgewiesen und durch zahlreiche Abbildungen erläutert
Person:
Bock, Franz Müller, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-932
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3245
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pflegte. Scenerien und Ornamentationen, wie man sie heute noch 
in Pompeji und auf andern klassischen Bauresten des alten Ita- 
liens als Wandmalereien und Mosaiken antrifft, desgleichen figu- 
rale und ornamentale Darstellungen, Wie sie noch zahlreich auf 
altgriechischen, römischen und etrurischen Vasen, Urnen etc. 
vorkommen, nicht weniger auch einschlagende bildliche Darstel- 
lungen auf Erzeugnissen der klassischen Kleinkünste, wie man sie 
noch in Menge im "Museum Bourbonicum" zu Neapel und in den 
vielen römischen Museen vorfindet, geben uns eine ziemlich deut- 
liche Vorstellung, in welchen Mustern die Prachtsucht des Caesaren- 
Zeitalters die Feiergewänder der Patricier, Senatoren und vornehmen 
Matronen der altberühmten Tiberstadt ausgestattet hatte. Da das 
vorchristliche Rom einen von den Griechen ererbten, in den verschie- 
denen Zeitlauften bestimmt ausgesprochenen Kunststyl und Typus 
besass, der sich auch gleichmässig in gesticktem Ornamenten gel- 
tend machte, so lässt sich, Analogieen zufolge, mit ziemlicher 
Sicherheit annehmen, dass das so beliebte römische Akanthus- 
Laubwerk, der fast Stereotyp vorkommende Mäander und die nie- 
mals fehlende Palmette bei den Stickereien der klassischen Kunst- 
epoche, sofern sie Erzeugnisse des italienischen Kunstfleisses und 
keine „opera barbarica" Waren, bei den „pallia holoserica aeu 
picta" eine hervorragende Rolle spielten. Ferner der beliebte My- 
thus der Thierwelt, der von Aegypten und Griechenland sei- 
nen Weg auch nach Italien bereits früh gefunden hatte, fehlte 
gewiss nicht, und so sehen wir denn auf den noch in Zeich- 
nungen uns erhaltenen Darstellungen der kriegerischen Costüms 
des klassischen Zeitalters Bilder von geflügelten Greifen, 1) Sphin- 
xen, Drachen, Löwen, Adlern, Syrenen u. s. W. Aber auch 
grössere reich scenerirte Darstellungen, ausgeführt durch phrygio- 
nischen Kunstfleiss, gehörten im vorchristlichen Zeitalter nicht zu 
den Seltenheiten?) S0 weist ein aller Geschiehtschreiber 3) der 
Thaten des Augustus darauf hin, dass es in der Familie der Ma- 
crianer bei den Frauen Gebrauch war, auf den verschiedenen 
Gewändern das Bildniss Alexander's des Grossen, in Stickerei 
ausgeführt, zur Schau zu tragen. 
Was kunstreiehe iigurirte Stickereien zur Zeit des üppigen 
Heliogabal betrifft, so unterlässt Lampridius es nicht, in der 
a 
3 
   iimbriae tunicaeque    varietate liciorum effigiatae in 
malium multiformes." Amm. MarcelL, lib. XIV. cap. VI. 
ClaucL, de raptu Proserp., lib. I. v. 254. Cfr. lib. II. v. 15. 
Trebell. PoIL, Triginta. Tyranni, cap. XIII. 
species ani-
        

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