Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der liturgischen Gewänder des Mittelalters oder Entstehung und Entwicklung der kirchlichen Ornate und Paramente in Rücksicht auf Stoff, Gewebe, Farbe, Zeichnung, Schnitt und rituelle Bedeutung nachgewiesen und durch zahlreiche Abbildungen erläutert
Person:
Bock, Franz Müller, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-932
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1421
sind, in lculturhistorischer, technologischer und artistischer Beziehung von 
hohem Interesse sind und eine allgemein wissenschaftliche Bedeutung ha- 
ben, so nehmen sie nicht minder, ja vorzugsweise, ein ganz besonderes 
kirchliches Interesse in Anspruch und erscheinen auf dem Kirchenge- 
biete von hervorragender praktischer Bedeutung. Die Kirche bedient 
sich bei der Feier ihrer hh. Geheimnisse eigener liturgischer Gewänder. 
Dieser Gebrauch ist uralt. Schon die s. g. Apostolischen Con- 
stitutionen  man sehe das achte Buch derselben, welches eine voll- 
ständige Liturgie niittheilt  lassen uns den das h. Opfer feiernden 
Priester in einem Prachtgewande sehen. Woher immer die Ibrm die- 
ser Gewänder ursprünglich entlehnt sein mag: die Kirche knüpfte ihre 
Gedanken daran, gab ihnen das hieratische Gepräge in bedeutungsvol- 
ler Beziehung auf die hh. Mysterien und deren geweihete Vollzieher 
und kennzeichnete sie so für immer zum heiligen Gebrauche. Die 
Kirche hat daher ein sehr nahes Interesse an der Art und Weise der 
Fabrication solcher Gewänder, da einerseits dieselben der Wliirdc, der 
Erhabenheit und dem überirdischen Charakter der h. Handlung zu ent- 
sprechen und anderseits auch jener tiefsinnigen Symbolik zu dienen 
geeignet sein müssen, welcher die Kirche von jeher in ihrem gottes- 
dienstlichen Leben so viel Raum gewälzrte, um Allem, bis auf's 
Kleinste, eine belehrende und erbauende Sprache zu leihen. Stoß, 
Farbe, Zeichnung und Form sind ihr deshalb in gleicher Weise 
wichtig und sind Gegenstand ihrer Vorschriften geworden. Wie sehr 
die Anfertigung der liturgischen Gewänder icährend des Mittelalters 
bis zur Zeit der s. g. Renaissance den Anforderungen der Kirche in 
Beziehung auf TViirde und Bedeutsamkeit entsprochen hat, ist Nieman- 
den unbekannt, der seine Aufmerksamkeit auf Bildwerke jenes Zeital- 
ters, an denen kirchliche Gewänder zur Anschauung kommen, gerichtet 
hat, oder einen Blick in Kirchenschreine jener Zeit thun konnte. Die 
Vorschriften der Kirche auf diesem Gebiete haben sich seitdem. nicht 
verändert; 
allein 
Ursaclwn, 
welche 
ausserhalb 
der 
Kirche 
lagen, 
haben
        

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