Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der liturgischen Gewänder des Mittelalters oder Entstehung und Entwicklung der kirchlichen Ornate und Paramente in Rücksicht auf Stoff, Gewebe, Farbe, Zeichnung, Schnitt und rituelle Bedeutung nachgewiesen und durch zahlreiche Abbildungen erläutert
Person:
Bock, Franz Müller, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-932
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2651
 
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Blümchen auf Goldfond, broehirt" bestand. 1) Das erste dieser zwei 
Stücke war gekauft worden, um daraus drei Beinbekleidungen an- 
zufertigen für den Herzog von Bourgogne und für zwei andere Hof- 
leute; das zweite Stück hatte man angekauft, um daraus einen 
Leibroek für Johann den Guten anzufertigen. Weiter "sind in die- 
sen Hofreehnungen verzeichnet: ein Stück Sammet, hoehstehender 
auf niedrigstehendem Sammet mit Gold brochirt  zum Preise 
von 110 Thaler 2) Gold angekauft im Jahre 1416, von Bartho- 
lemi Bettino „marcl1an de Lueques" zu Brügge. 
Wir Würden nicht zu Ende kommen, Wenn wir es uns 
gestatten wollten, die reichen golddurehwirkten Sammetstoffe 
und ihre hohen Preise hier weiter der Reihe nach aufzuführen, 
wie sie die herzogliche Garderobe des Hofes von Bourgogne im 
Beginne des XV. Jahrhunderts, den alten Inventarien des Schatzes 
zufolge, aufzuweisen hatte.- Schliesslich verweisen wir nur noch 
auf ein besonders kostbares Sammetgewebe , das ein Herzog von 
Bourgogne zu Calais dem englischen Herzog von Gloucester zum 
Geschenke machte; dasselbe hatte eine hoel1- und niedrigstehende 
Sammetfiur und als Dessin sah man darin Gestalten von Hunden 
in Gold brochirt. Dieses schöne Gewebe, bestehend aus 3 Stück 
weniger einer halben Elle, war eingekauft bei Marc Guidecon, 
Lucchesischer Kaufherr zu Brügge, für 400 Thlr. (eeus) oder 
G60 livres.   
.Bei dem hohen WVerthe eines neeus" nach damaligem Cours 
kann man sich von der Seltenheit und dem Reiehthum der eben 
bezeichneten Sammetgewebe , im Vergleich zu dem Preise dieser 
Stoffe bei der jetzigen Fabrication, in etwa einen Begriff machen, 
wenn man berechnet , dass die Stücke damals die unbedeutende 
Länge von meist 3-6 Ellen hatten. 4) 
Nach den veröffentlichten Werthtabellen des lVLDouet (YAreq 
schwankte in der ersten Hälfte des XIV. Jahrhunderts der Preis 
des Sammets zwischen 6-8 eeus die Elle; der feinste Sammet 
kam gegen 40 Tllalßf das Stüßk- Gegen Ende des XVI. Jahr- 
hunderts, als die Fabrieation des Sammets bereits eine grosse 
Ausdehnung gewonnen hatte, stellte sich der Preis der Elle schon 
weit billiger heraus, wie man das aus den Preistaxen unter Henri 
i) Ibidem. 
2) „Ung drap de velueau sur velueau (Velours) "hrochöe d'or  an pris 
escuz d'or 1a piece" ibidem pag. 133, N0. 408. 
3) Les ducs de Bourgogne, 2e part. tome Icr, page 135, N0. 411. 
q) Notice sur les comptes de Yargenteric, page XXIX. 
de 
CX
        

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