Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1200262
Maler 
Die 
Krieges. 
peloponnesischen 
des 
Zeit 
Ein Archigallus, Oberpriester der Cybele. Für dieses nach Deculo 
auf 60,000 Sestertien geschätzte Bild hatte der Kaiser Tiberius eine besondere 
Vorliebe gefasst und es deshalb in dem von ihm bewohnten Gemache auf- 
gehängt: Plin. 35, 70. 
Ein Priester, neben dem ein Knabe mit Weihrauchpfanne und Kranz 
stand: Plin. 35, 71. Vielleicht war, wie Sillig vermuthet, dieses Bild identisch 
mit dem des Megabyzos, des ephesischen Oberpriesters, welches Tzetzes 
(Chil. VIII, 198) aus Aeschrion von Mitylene als ein Werk des Parrhasios anführt.  
Der Führer eines Schiffes mit dem Harnisch angethan (nauarchum 
thoracatum): Plin. 37, 69. 
„Zwei Knaben, in denen sich die Dreistigkeit (securitas) und die Ein- 
fältigkeit des Knabenalters ausspricht": Plin. 35, 70. 
„Zwei Gemälde von Schwerbewaffneten, von denen der eine so in 
den Kampf stürmt, dass er zu schwitzen scheint; der andere die Waffen ablegt, 
dass man zu hören glaubt, wie er verschnauftz" Plin. 35, 71. 
Berühmt ist der Vorhang, den er so täuschend gemalt hatte, dass Zeu- 
XlS ihn für einen wirklichen nahm: Plin. 35, 65. 
„Er malte in kleineren Bildern auch unzüchtige Gegenstände, indem er 
bei dieser Art muthwilligen Scherzes Erholung suchte" : Plin. 85, 72. Ein solches 
Bild, Meleager und Atalante (Meleagro Atalanta ore morigeratur) erwähnt Sueton: 
Tiber. 44. Es wurde dem Kaiser Tiberius vermacht unter der Bedingung, dass 
er, wenn er am Gegenstände Anstoss nähme, an seiner Stelle eine Million Ses- 
tertien erhalten solle; er zog jedoch das Bild vor und hing es in sein Gemach. 
Er lieferte die Zeichnungen zu den Werken, welche Mys in cisellirter Arbeit 
ausführte: Paus. I, 28, 2. Namentlich angeführt werden: der Kampf der Lapithen 
und Kentauren für den Schild der ehernen Pallas des Phidias (Paus. l.  und die 102 
Zerstörung; Ilions für einen Becher (amirpog 'H9ax7tswnxdg) mit folgender Inschrift: 
Tpdiuzara Ilagaoiom, Täxva IWUÖG- 5M": 85 597W 
'IÄiov aircstväg, dv älov Aiaxiöat. 
Athen. XI, p. 782 A. 
Endlich berichtet Plinius (35, 68), dass man noch manche Reste von Zeich- 
nungen „in tabulis ac membranis eiustt aufbewahrt habe, welche von den 
Künstlern mit Vortheil benutzt werden sollten. Aus dieser Angabe erklärt es 
sich vielleicht, dass unter den Auctoren des 35sten Buches in einigen Hand- 
schriften des Plinius auch Parrhasios angeführt wird, Während wir von eigent- 
lichen Schriften dieses Künstlers sonst nichts wissen, und sein Name sich auch 
gerade in der bamberger Handschrift nicht findet. 
Hinsichtlich des Materials, dessen er sich beim Malen bedient, wird nur 
-eine Einzelnheit berichtet: nemlich dass er und NiROYIIHChOS zum Weiss die Kreide 
Von Eretria verwendet habe: Pl. 35, 38. 
Den Erörterungen über die künstlerischen Leistungen des Parrhasios Wollen  
wir ein kurzes, aber sehr charakteristisches Zeugniss des Alterthums voran- 
stellen: uüxoüv 66172 41m rrlv Zaüätöug räxvnv, rä Hagpamiov cruqvionara, Sagt 
Hi1ne1-ius1)_ Dieser Ausdruck gogpiguafa, dem lateinischen argutiae entsprechend, 
Hoesch
        

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