Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1200127
Die 
M aler 
Zeit 
pelopunnesischen Krieges. 
des 
shönsten auszuwählen, um sie zur Ausführung dieses Musterbildes weiblicher 
Schönheit als Modelle zu benutzen. Der Künstler aber war von der Vortrefflich- 
keit seines Gemäldes so überzeugt, dass er nicht nur für dessen Betrachtung 
Von den Besuchern ein Eintrittsgeld erhoben haben soll (woher diese Helena den 
Spottnamen der Hetäre erhielt: Aelian v. h. IV, 12), sondern dass er selbst dar- 
auf die Verse des Homer über die Wirkliche Helena anwendete (Il. III, v. 156 etc.): 
O1) väyemg, Tgnäag mit äüxvrfguöag Hxauoiig 
rougjö" äncpt yvvaixi rmhlv Xgdvov diÄysa ndoxsw 
aivoäg ciäavoirgjot Üsyjg 25g odmx äoursv 1). 
Ehrenvoller jedoch, als dieser Stolz, ist für Zeuxis die hohe Anerkennung, welche 
der Maler Nikomachos diesem Bilde zollte: Stob. Serm. 61; Aelian v. h. XIV, 4-7. 
 Aus dem Tempel der lakinischen Helena, wo nach Gicero sich auch noch 
andere Werke des Zeuxis befanden, scheint die Hera später nach Rom versetzt 
worden zu sein. Wenigstens sah Plinius rim Porticus des Philippus eine Helena 
von Zeuxis: 35, 66. Damit lässt sich freilich die Nachricht des Eustathius 8 
(ad ll. 7., 629) schwer vereinigen, welcher dieses Bild in die Getreidehalle (cilqairwv 
010d) von Athen versetzt, wenn wir nicht annehmen wollen, dass sich dort etwa 
eine Copie oder eine Wiederholung von der Hand des Zeuxis selbst befand. 
Menelaos, welcher weinend seinem Bruder Todtenspenden darbringt, 
in Ephesos: Tzetz. Chil. VIII, 196, 198. 
Penelope, in deren Darstellung er die Sittsamkeit selbst gemalt zu 
haben schien: in qua pinxisse niores videtur: Plin. 35, 63; vgl. unten. 
Ein Athlet, unter welchen er den Spruch setzte, den Andere dem Apol- 
lodor beilegen: er möge leichter neidisch zu tadeln, als nachzuahmen sein: 
Plin. 35, 63. 
Das schon erwähnte alte Weib, über welches sich der Künstler todt- 
lachte; sofern wir nämlich jener Anekdote nicht alle Glaubwürdigkeit absprechen 
wollen: Festus s. v. pictor. 
 Die bekannten Trauben von solcher Natürlichkeit, dass die Vögel dar- 
nach flogen, mit welchen er den Parrhasios zu besiegen gedachte; Plin. 35, 65_ 
Ein Knabe, der Weintrauben trug. Als auch nach diesen die Vögel 
flogen, soll der Künstler mit derselben Freimüthigkeit, mit welcher er sich von 
Parrhasios durch dessen gemalten Vorhang besiegt erklärte, über sein XVerk 
erzürnt bemerkt haben: „die Trauben habe ich besser gemalt, als den Knaben; 
denn wenn ich auch in diesem das höchste erreicht, so hätten sich die Vögel 
fürchten müssen." So erzählt Plinius (35, 66). Immerhin aber könnte es sein, 
dass beide Anekdoten über die Trauben sich ursprünglich nur auf ein einziges 
Bild bezogen hätten.     
E1- malte auch "monochronlata ex albo": Plm. 30, 64. Unter dieser 
Bezeichnung vermögen wir nur Darstellungen vonider Art zu verstehen, wie 
die Italiener sie chiaroscuri nennen, wir als grau m grau gemalt bezeichnen- 
__Aueh Werke in Thon bildete Zeuxis, welche allein in Ainbrakia 
zurücliblieben, als von dort Fulvius Nobilior (116 Musen nach Rom versetzte"! 
Plin. 35, 6G. 
Dies 
erzählt 
auch 
Aristides z 
rmga rpllß. 
386.
        

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