Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Maler. Die Architekten. Die Toreuten. Die Münzstempelschneider. Die Gemmenschneider. Die Vasenmaler
Person:
Brunn, Heinrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199232
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1199952
Die 
NIaler. 
Neseus, der Lehrer des Zeuxis, wie ein Theil der Forscher des Alter- 
5-5 thums glaubte: Plin. 35, 61. Auf die Zeit seiner Thätigkeit macht Plinius blos 
aus der seines Schülers einen Schluss; und wir müssen ihm darin folgen, da 
wir sonst keine Nachrichten über den Lehrer haben. Denn dass ein 211907:- 
Ädarwyg Neses, Welcher am Erechtheum arbeitete, mit dem thasischen Maler iden- 
tisch sei, wie Bergk (Ztsch. f. Altw. 1847, S. 174-) vermuthet, ist eine Annahme, 
der es durchaus an aller Wahrscheinlichkeit gebricht. Ausserdem ist nur noch 
ein einziger thasischer Maler, Aristomenes, und auch dieser nur aus einer 
einzigen Erwähnung des Vitruv (III, praef.  2) bekannt. Er zählt ihn den- 
jenigen Künstlern zu, deren Verdiensten durch ungünstige äussere Verhältnisse 
kein entsprechender Ruhm zu Theil geworden sei. Seine Zeit ist unbestimmt. 
Ueber Timagoras von Ghalkis vgl. oben unter Panaenos. 
Von der Insel Paros kennen wir aus dieser älteren Epoche der Malerei: 
Nikanor und Arkesilaos, Welche Plinius (35, 122) zusammen mit 
Polygnot als die ältesten Enkausten, und zwar älter als die angeblichen Erfin- 
 der dieser Art der Malerei, Aristides und Praxiteles, anführt. Dennoch war Sillig 
geneigt, Arkesilaos erst etwa in die 97ste Olympiade zu setzen, indem bei Athe- 
naeus (X, 420D) ein Arkesilaos als Lehrer des Apelles genannt werde. Dort 
ist jedoch von dem Philosophen die Rede, welcher nach Apollodor bei Diogenes 
Laertius IV, 45 gegen Ol. 120 blühte und dem Apelles nicht sowohl über die 
Malerei, als über den Genuss des Weines passende Lehren ertheilen mochte. 
Erscheint aber demnach der parische Maler als Zeitgenosse des Polygnot, so 
werden wir nicht umhin können, ihn für identisch mit dem gleichzeitigen Bild- 
hauer zu halten, zu dessen in parischer Münze bezahlter Artemis Simonides 
ein Epigramm geliefert hatte, wie zur lliupersis des Polygnot (vgl. Th. I, 
S. 83). 
Sarnos machte zwar durch Saurias auf den Ruhm der Erfindung der 
Malerei Anspruch: und im Heraeon zu Samos befand sich das älteste namhafte 
Gemälde, von dem wir wissen: der Uebergang des Darius über die Brücke des 
Bosporus, ein Weihgeschenk des Architekten derselben, Mandrokles (Herod. 4, 
88). Von einer dortigen Malerschule haben wir sonst aber keine Kunde, es sei 
denn, dass wir 
56. Kalliphon als aus einer solchen hervorgegangen betrachten wollen. Er 
malte in dem Heiligthume der Artemis zu Ephesos, was allerdings scheinbar 
gegen die ältere Zeit vor dem Tempelhrande spricht. Wenn sich indessen das 
Bild in einem Nebengebäude befand, deren es dort gewiss, wie in Olympia, 
Delphi, mehrere gab, so konnte es leicht der Zerstörung entgehen; Pausanias 
aber spricht nicht von dem Tempel selbst (vaög), sondern allgemeiner von dem 
Heiligthume (isgöv); und was er von Einzelnheiten aus dem Gemälde, dem 
Kampfe der Hellenen und der Troer, erwähnt, scheint gwerade auf die ältere Zeit 
zu deuten: die Auffassung der Eris nach dem Muster ihrer Darstellunglauf dem 
Kasten des Kypselos (ngög raürij), d. i.: aioXio-ry n) sidog äoßxvfcei V, 19, 2, 
gehört namentlich der früheren Kunst an; aus späteren Kampfdarstellungen 
verschwindet Eris fast gänzlich. Bei Gelegenheit der polygnotischen Gemälde 
(X, 26, 6) gedenkt ferner Pausanias einer Gruppe aus dem Gemälde des Kalli- 
phon: Patroklos, welchem von Frauen der Doppelpanzer (yvaÄoö-oigaä) ange-
        

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